Defibrillator in Klinik und Gesundheitseinrichtung: Pflichten und Organisation
Verfasst von Cyrille GAGNAIRE, France Défibrillateur. Veröffentlicht am 5. Oktober 2026.

In einer Klinik nimmt man an, dass ein Herzstillstand stets innerhalb von Sekunden versorgt wird. Die Realität ist differenzierter: Ein Besucher kann im Foyer zusammenbrechen, eine Mitarbeiterin im Technikflur, ein Patient im Wartezimmer. Eine Gesundheitseinrichtung bleibt ein ERP (établissement recevant du public, öffentlich zugängliches Gebäude) mit Pflichten zu Ausstattung, Wartung und Beschilderung, die das medizinische Personal nicht ersetzt.
Eine Pflegeeinrichtung bleibt ein öffentlich zugängliches Gebäude
Kliniken, Gesundheitszentren und Pflegeeinrichtungen empfangen Publikum: Patienten, Angehörige, Lieferanten, Praktikanten. Damit unterliegen sie dem ERP-Regime (établissements recevant du public, öffentlich zugängliche Gebäude) und der AED-Pflicht (automatisierter externer Defibrillator, auf Französisch DAE) aus loi 2018-527 und décret 2018-1186 (französisches Gesetz und Dekret zu Defibrillatoren).
Der Zeitplan hängt von der Kategorie ab: Kategorien 1 bis 3 sind seit dem 1. Januar 2020 ausgestattet, Kategorie 4 seit 2021 und einige ERP der Kategorie 5 seit 2022. Eine große Klinik gehört meist zu den ersten Kategorien, ein kleines Gesundheitszentrum zur letzten.
Ein Notfallwagen auf einer Station hebt diese Pflicht nicht auf. Der AED des Betreibers muss für Publikum und Personal erreichbar sein, nicht nur auf einer Etage oder in einer Abteilung.
Warum Pflegekräfte allein nicht genügen
In Frankreich gibt es jährlich rund 50 000 Herzstillstände, und jede Minute ohne Defibrillation senkt die Überlebenschance um etwa 10 %. In einem großen Gebäude zählt die Wegzeit ebenso viel wie die Kompetenz.
Ein Stationsdefibrillator in einem abgeschlossenen Wagen im dritten Stock nützt nichts, wenn jemand im Erdgeschoss, auf dem Parkplatz oder in der Cafeteria zusammenbricht. Bereiche ohne ständige ärztliche Präsenz sind genau die, in denen ein frei zugänglicher AED den Unterschied macht.
Verwaltungs-, Technik-, Reinigungs- und Küchenpersonal stellt einen großen Teil der Belegschaft. Diese Teams begegnen den ganzen Tag Besuchern, ohne immer zu wissen, wie sie reagieren sollen. Ein sichtbares Gerät und geschulte Mitarbeitende schließen diese Lücke.

Wo Geräte in einem Pflegegebäude aufgestellt werden
Der Standort wird anhand eines realen Wegs festgelegt: Wie lange dauert es, von den entferntesten Punkten das Gerät zu holen und zum Patienten zurückzukehren? Je größer oder unterteilter das Gelände, desto weniger genügt ein einziger AED.
Folgende Bereiche sollten zuerst bedacht werden.
| Bereich | Zu beachten |
|---|---|
| Empfangshalle | Hier läuft das gesamte Publikum durch, Gerät vom Eingang aus sichtbar |
| Wartezimmer und Sprechstunden | Gebrechliche Patienten, teils ältere Begleitpersonen |
| Parkplatz und Außenzugänge | Außentaugliches Gehäuse, wenn das Gerät dort installiert wird |
| Gastronomie und Personalbereiche | Teams mit wenig Erfahrung in Notfallmaßnahmen |
| Obergeschosse und entfernte Flügel | Ein Gerät pro Zone, wenn der Weg zu lang ist |
Wartung und Nachverfolgbarkeit liegen beim Betreiber
Die Wartung des Defibrillators obliegt dem Betreiber gemäß article R. 5212-25 du Code de la santé publique (französisches Gesundheitsgesetzbuch). In einer Gesundheitseinrichtung, die die Rückverfolgbarkeit von Medizinprodukten gewohnt ist, ist dieses Prinzip vertraut: Es gilt auch hier für öffentlich zugängliche AED.
Verbrauchsmaterial hat eine begrenzte Lebensdauer: Elektroden 2 bis 5 Jahre, Akkus 3 bis 5 Jahre, das Gerät selbst 8 bis 10 Jahre und mehr. Deshalb sind Verfallsdaten zu verfolgen, die Selbsttest-Anzeigen zu lesen und jede Kontrolle in einem Register festzuhalten.
Eine Miete mit inbegriffener Wartung, ab 50 € zzgl. MwSt. pro Monat, entlastet die technische Abteilung bei dieser Nachverfolgung. Die 5 Jahre Garantie gelten für einen Kauf, die Lieferung dauert 2 bis 5 Werktage.
Beschilderung, Meldung und Information des Publikums
Der AED muss gemäß arrêté du 29 novembre 2018 (französische Verordnung zur AED-Beschilderung) gekennzeichnet sein: genormtes Piktogramm am Standort und Wegweiser ab den Haupteingängen. In einem Gebäude mit verwinkelten Wegen ist eine klare Wegführung mehr wert als ein einzelnes Schild.
Die Meldung des Geräts in GéoDAE ist ebenfalls Pflicht. So können die Rettungsdienste es bei einem Anruf orten. Sie sollte aktualisiert werden, wenn das Gerät bei einem Umbau versetzt wird.
Die Zugangsregeln müssen am Empfang und beim Sicherheitsdienst bekannt sein: Ein Gerät in einem abgesperrten Raum verliert den Großteil seines Nutzens.
Alle Teams schulen
Pflegekräfte haben eigene Schulungen, andere Berufsgruppen der Einrichtung erhalten nicht immer eine. Eine kurze Sensibilisierung zu Rettungskette, Herzdruckmassage und AED-Nutzung eignet sich für Empfang, Sicherheit, Reinigung und Verwaltung.
Regelmäßige Simulationsübungen helfen zu prüfen, ob alle wissen, wo das Gerät steht und wer den Notruf absetzt. Oft entdeckt man dabei einen verschlossenen Schrank oder ein hinter einer Trennwand verdecktes Schild.
Ein Angebot erhalten Sie innerhalb von 24 Stunden, um Anzahl der Geräte und Schulungen je nach Fläche und Besucherzahl der Einrichtung zu bemessen.
Häufige Fragen
Ersetzt ein Notfallwagen einen öffentlich zugänglichen AED?
Nein. Der Notfallwagen ist dem Pflegeteam einer Station vorbehalten und oft abgeschlossen. Die ERP-Pflicht verlangt ein Gerät, das Publikum und Personal rasch erreichen können, beschildert und in GéoDAE gemeldet. Beide Einrichtungen ergänzen sich, ersetzen sich aber nicht.
Wie viele Defibrillatoren braucht eine Klinik?
Die Vorschrift legt die Ausstattungspflicht fest, keine Gerätezahl pro Fläche. In der Praxis misst man die Wegzeit von den entferntesten Bereichen. Ein großes Gebäude mit mehreren Etagen oder Flügeln erfordert meist mehrere gut verteilte AED.
Wer übernimmt die AED-Wartung in einer Gesundheitseinrichtung?
Die Wartung liegt beim Betreiber, gemäß article R. 5212-25 du Code de la santé publique. Sie umfasst die Überwachung von Elektroden, Akku und Selbsttests sowie ein Register. Ein Mietvertrag mit Wartung kann die Organisation übertragen.
Muss das Gerät in GéoDAE gemeldet werden?
Ja, die Meldung in GéoDAE ist Pflicht. Sie erlaubt den Rettungsdiensten, Geräte in der Nähe eines Notfalls zu finden. Sie muss korrigiert werden, wenn das Gerät bei einem Umbau der Einrichtung versetzt, ersetzt oder entfernt wird.
Planen Sie eine Ausstattung?
Kauf, Miete ab 50 EUR zzgl. MwSt. pro Monat, Installation mit GéoDAE-Meldung, Wartung und Schulung: unser Team antwortet innerhalb von 24 Stunden.



