Defibrillator in der Arztpraxis: welche Pflichten gelten?
Verfasst von Cyrille GAGNAIRE, France Défibrillateur. Veröffentlicht am 19. August 2026.

Eine Arzt-, Zahnarzt- oder Therapiepraxis, die Patienten in eigenen Räumen empfängt, gilt als öffentlich zugängliche Einrichtung, genau wie ein Geschäft oder ein Wartebereich in einem Unternehmen. Viele Praxisinhaber glauben, ihre Ausbildung in Notfallmaßnahmen befreie sie von der Pflicht, einen Defibrillator anzuschaffen, oder wissen schlicht nicht, dass die Vorgabe für sie gilt. Zwischen einer oft älteren Patientenschaft, möglicher gemeinsamer Nutzung unter Kollegen und dem Budget einer freiberuflichen Struktur: das Wichtigste, um regelkonform zu bleiben.
Eine Praxis mit Publikumsverkehr bleibt eine öffentlich zugängliche Einrichtung
Ein Hausarzt, Zahnarzt, Physiotherapeut oder eine freiberufliche Pflegekraft, die Patienten in eigenen Räumen empfängt, betreibt eine öffentlich zugängliche Einrichtung (ERP, französisch für eine dem Publikum offenstehende Einrichtung), unabhängig von der Größe der Praxis. Diese Einstufung löst dieselben Pflichten aus wie bei einem Geschäft oder einem Wartebereich in einem Unternehmen, mit Fristen, die bereits verstrichen sind: Einrichtungen der Kategorien 1 bis 3 mussten seit dem 1. Januar 2020 ausgestattet sein, Kategorie 4 seit 2021, und ein Teil der Kategorie 5, in die die meisten Einzelpraxen fallen, seit 2022.
Viele Praxisinhaber gehen davon aus, ihre medizinische Ausbildung decke das Risiko eines Herzstillstands im Wartezimmer ab. Die Pflicht betrifft jedoch die Ausstattung der Räume, nicht die Kompetenz der dort tätigen Person. Ein Kardiologe ohne Defibrillator in seiner Praxis verstößt ebenso gegen die Vorgaben wie ein Einzelhändler ohne Gerät, gemäß dem Gesetz vom 28. Juni 2018 und seiner Durchführungsverordnung.
Warum manche Praxen stärker exponiert sind als andere
Die Patientenschaft einer Arztpraxis unterscheidet sich von der Kundschaft eines gewöhnlichen Geschäfts. Eine kardiologische, sportmedizinische oder physiotherapeutische Praxis empfängt Menschen unter körperlicher Anstrengung oder ältere Patienten mit bekannten Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das Risiko eines Herzstillstands, von dem in Frankreich jährlich rund 50 000 Menschen aus allen Ursachen betroffen sind, ist dort statistisch präsenter als im Wartezimmer eines Friseursalons.
Diese Realität befreit keine Praxis von derselben regulatorischen Grundlage, verändert aber, wie ein Praxisinhaber die Anschaffung priorisieren sollte, solange er noch zögert, unterhalb der gesetzlichen Schwelle zu investieren.

Wo das Gerät in einer kleinen Praxis platzieren
In Räumen, die oft auf wenige Zimmer begrenzt sind, bleibt das Wartezimmer der beste Standort: Dort hält sich ein Patient am ehesten allein auf, ohne direkte Aufsicht durch die mit einer Konsultation beschäftigte Fachkraft. Das Gerät muss während der gesamten Öffnungszeit ohne Code oder Schlüssel zugänglich bleiben, auch wenn das Empfangspersonal kurz abwesend ist.
| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Einzelpraxis im Erdgeschoss | Ein Defibrillator im Wartezimmer, sichtbar vom Eingang aus |
| Praxis im Obergeschoss ohne Aufzug | Gerät auf Höhe der Praxis platziert, nicht nur im Eingangsbereich |
| Ärztehaus mit mehreren Fachrichtungen | Ein gemeinsam genutzter Defibrillator, gemeinsam finanziert und gewartet |
| Gemeinsam genutztes Gebäude mit anderen Berufen | Schriftliche Vereinbarung, wer meldet und wer wartet |
Einen Defibrillator unter mehreren Praxisinhabern teilen
In einem Ärztehaus mit mehreren Fachrichtungen oder einem Gebäude mit mehreren Praxen ist niemand verpflichtet, ein eigenes Gerät zu finanzieren. Ein einziger Defibrillator, in einem gemeinsam genutzten, ohne Code zugänglichen Bereich platziert, kann mehrere Praxen abdecken, sofern der Zugang während der gesamten Öffnungszeiten gewährleistet bleibt. Diese gemeinsame Nutzung setzt eine schriftliche Vereinbarung zwischen den Praxisinhabern voraus, die Finanzierung, Wartung und die Géo'DAE-Meldung regelt, damit nicht jeder annimmt, der Kollege nebenan kümmere sich darum.
Ein gemeinsamer Empfang oder eine koordinierende Pflegekraft ist oft der richtige Ankerpunkt, um diese Verantwortung im Alltag zu tragen.
Meldung und Beschilderung sind keine Option
Wie jeder Betreiber muss die Fachkraft oder die Einrichtung, die die Praxis beherbergt, das Gerät bei Inbetriebnahme bei Géo'DAE melden, damit es im Geolokalisierungssystem erscheint, das Rettungsdienste und öffentliche Anwendungen nutzen. Beschilderung und Wegweiser müssen der französischen Verordnung vom 29. November 2018 (arrêté du 29 novembre 2018, dem nationalen Beschilderungsstandard) entsprechen, sichtbar vom Praxiseingang aus und nicht nur auf dem Gerät selbst angebracht.
Diese Formalität dauert nur wenige Minuten, wird aber nach der Installation des Geräts allzu oft vergessen, wodurch es außerhalb der Sprechzeiten seinen Nutzen verliert.
Wer in der Praxis mit dem Gerät umgehen können muss
Das medizinische Personal beherrscht in der Regel die Reanimationsmaßnahmen, doch ein Defibrillator muss möglicherweise auch von einer Arzthelferin oder einer Empfangskraft bedient werden, die allein anwesend ist, wenn ein Patient im Wartezimmer zusammenbricht. Eine kurze Sensibilisierung des gesamten Personals, auch der nicht-medizinischen Mitarbeiter, verkürzt die Zeit bis zur ersten Defibrillation.
Diese Schulung unterscheidet sich von der Grundausbildung der Gesundheitsberufe: Sie behandelt den Alarmierungsreflex und die praktische Bedienung des in der Praxis verfügbaren Geräts, nicht die Theorie der Reanimation.
Das Gerät auswählen und warten, ohne ein großes Budget zu binden
Für eine Einzelpraxis genügt ein kompaktes Modell völlig, ohne die Funktionen, die für große Standorte mit mehreren Gebäuden gedacht sind. Praxen, die Kinder behandeln, etwa ein Kinderarzt oder ein Kinderzahnarzt, sollten hingegen prüfen, dass pädiatrische Elektroden zum Gerät gehören.
Finanziell eignet sich eine Miete ab 50 Euro zzgl. MwSt. pro Monat, inklusive Wartung und Austausch der Verbrauchsmaterialien, gut für eine freiberufliche Struktur, die die Ausgabe lieber verteilt, statt Kapital zu binden. Beim Kauf deckt die fünfjährige Garantie das Gerät ab, doch die Überwachung der Elektroden, die alle zwei bis fünf Jahre erneuert werden, und der Batterie, alle drei bis fünf Jahre, bleibt gemäß Artikel R. 5212-25 (article R. 5212-25 du Code de la santé publique, des französischen Gesundheitsgesetzbuchs) Aufgabe des Betreibers. Ein Angebot liegt innerhalb von 24 Stunden vor, die Lieferung erfolgt innerhalb von zwei bis fünf Werktagen.
Häufige Fragen
Kann ein Arzt oder Physiotherapeut auf einen Defibrillator verzichten, weil er reanimieren kann?
Nein. Die Ausstattungspflicht hängt von der Kategorie der öffentlich zugänglichen Einrichtung ab, nicht von der Qualifikation der dort tätigen Fachkraft. Eine Arztpraxis unterliegt denselben Regeln wie ein Geschäft derselben Kategorie: Die Kompetenz der Fachkraft erleichtert den Einsatz, ersetzt aber weder das Gerät noch dessen Meldung bei Géo'DAE.
Müssen mehrere Praxen im selben Gebäude jeweils einen eigenen Defibrillator haben?
Nein, ein zwischen mehreren Praxisinhabern desselben Gebäudes oder Ärztehauses geteiltes Gerät ist möglich, sofern es während der gesamten Öffnungszeiten der Praxen ohne Code zugänglich bleibt. Eine schriftliche Vereinbarung sollte regeln, wer Kauf oder Miete finanziert, wer die Wartung verfolgt und wer die Géo'DAE-Meldung übernimmt.
Braucht eine Praxis mit Kindern pädiatrische Elektroden?
Ja, sobald Kinder zur Patientenschaft gehören, etwa bei einem Kinderarzt oder Kinderzahnarzt. Diese Elektroden verringern die abgegebene Energie im Vergleich zu Erwachsenenelektroden und müssen direkt beim Gerät verfügbar bleiben, mit derselben Erneuerungskontrolle wie jede Elektrode.
Wer in einer kleinen Praxis sollte im Umgang mit dem Defibrillator geschult sein?
Das gesamte während der Öffnungszeiten anwesende Personal, einschließlich Empfang und Sekretariat, nicht nur die medizinischen Fachkräfte. Oft ist es eine nicht-medizinische Mitarbeiterin, die allein im Wartezimmer ist, wenn jemand zusammenbricht, und eine kurze Einweisung in Handgriff und Gerät verkürzt die Zeit bis zur ersten Defibrillation.
Muss die Praxis ein Schild für den Defibrillator anbringen?
Ja, die Beschilderung folgt der französischen Verordnung vom 29. November 2018 (arrêté du 29 novembre 2018) und muss vom Praxiseingang aus sichtbar bleiben, nicht nur am Gerät selbst. Klare Wegweiser vom Flur oder Wartezimmer aus lassen jede anwesende Person das Gerät im Notfall ohne Zeitverlust finden.
Planen Sie eine Ausstattung?
Kauf, Miete ab 50 EUR zzgl. MwSt. pro Monat, Installation mit GéoDAE-Meldung, Wartung und Schulung: unser Team antwortet innerhalb von 24 Stunden.



