Defibrillator in der Apotheke: Pflichten und Praxistipps
Verfasst von Cyrille GAGNAIRE, France Défibrillateur. Veröffentlicht am 31. August 2026.

Am Apothekentresen begegnen jeden Tag ältere Kundinnen und Kunden, Patienten unter Herzmedikation und Menschen, denen es plötzlich schlecht wird. Dieses besondere Publikum, zusammen mit erweiterten Öffnungszeiten beim Nacht- und Wochenenddienst, bringt eine Apotheke beim Risiko eines Herzstillstands in eine andere Lage als ein gewöhnliches Geschäft. Die Anschaffung eines Defibrillators bekommt dadurch eine doppelte Bedeutung, halb gesetzliche Pflicht zur Prüfung, halb Rolle als Rettungspunkt für das ganze Viertel.
Eine Apotheke bleibt eine öffentlich zugängliche Einrichtung
Wie jedes für Kundschaft geöffnete Geschäft fällt eine Apotheke unter die Einstufung der öffentlich zugänglichen Einrichtungen und erhält eine ERP-Kategorie (établissement recevant du public, eine öffentlich zugängliche Einrichtung), berechnet nach der Anzahl der aufnehmbaren Personen. Das französische Gesetz 2018-527 und sein Durchführungsdekret 2018-1186 machten einen automatisierten externen Defibrillator (AED) für ERP der Kategorien 1 bis 3 seit dem 1. Januar 2020 verpflichtend, für Kategorie 4 seit 2021, und für einen Teil der Kategorie 5 seit 2022.
Die meisten Apotheken im Wohnviertel fallen wegen ihrer begrenzten Verkaufsfläche in Kategorie 5 und sind nicht automatisch von der Ausstattungspflicht betroffen. Eine große Drogerie, ein Geschäft in einem Einkaufszentrum oder eine Apotheke mit mehreren Beratungstheken kann dagegen in eine höhere Kategorie fallen. Der Inhaber sollte diese Einstufung besser prüfen als annehmen, denn sie entscheidet, ob die Ausstattung verpflichtend oder nur empfohlen ist.
Ein Rettungspunkt für das umliegende Viertel
Der Apotheker und sein Team nehmen im örtlichen Versorgungsweg eine besondere Stellung ein. Wer sich auf der Straße unwohl fühlt, betritt oft zuerst die Apotheke, bevor er an einen Notruf denkt, weil der Ort ohne Termin als Anlaufstelle für Gesundheitsfragen gilt. Dieses spontane Vertrauen der Bevölkerung ist ein guter Grund, die Ausstattung mit einem Defibrillator über die reine Pflichtfrage hinaus zu betrachten.
Der Bereitschaftsdienst verstärkt diesen Effekt noch. Wenn die meisten umliegenden Geschäfte abends, am Wochenende oder an einem Feiertag schließen, wird die geöffnete Apotheke manchmal zur einzigen Anlaufstelle für eine medizinische Fachkraft im Umkreis mehrerer Straßen. Ein an dieser Adresse verfügbarer und ordnungsgemäß gemeldeter Defibrillator kann dann Anwohnern zugutekommen, die sonst keinen schnellen Zugang zum Gerät vor dem Eintreffen der Rettungsdienste hätten.

Ein für den Apothekenbetrieb passendes Gerät wählen
Eine Apotheke verbindet einen stark frequentierten Tresenbereich mit einem weniger sichtbaren Lager. Der Defibrillator muss im für das Publikum zugänglichen Bereich bleiben, niemals hinter dem Tresen oder im Hinterzimmer verstaut, sonst gehen die kostbaren Minuten verloren, die für die Überlebenschancen den entscheidenden Unterschied machen. Ein vollautomatisches Gerät eignet sich für ein Team mit Auszubildenden oder Vertretungskräften, die nicht alle in Erster Hilfe geschult sind, da es den Schock nach abgeschlossener Analyse selbstständig abgibt.
Die Kundschaft einer Apotheke besteht überwiegend aus Erwachsenen, doch eine Apotheke in der Nähe einer Schule oder eines Freizeitzentrums empfängt womöglich mehr begleitete Kinder. Ein Paar Kinderelektroden oder ein Energiedämpfungsschlüssel zusätzlich zum Erwachsenenpaar bereitzuhalten, ist dann eine einfache Vorsichtsmaßnahme, die sich ohne Aufwand in die bereits vorhandene Ausstattung einfügt.
Eine Kontrollgewohnheit, die die Apotheke bereits beherrscht
Verfallsdaten im Blick zu behalten gehört zum Alltag einer Apotheke, die ständig Medikamentenchargen vor ihrem Ablauf prüft. Derselbe Reflex gilt für die Verbrauchsmaterialien des Defibrillators: Die Elektroden werden je nach Modell alle 2 bis 5 Jahre ausgetauscht, die Batterie alle 3 bis 5 Jahre, und das Gerät selbst bleibt 8 bis 10 Jahre und länger einsatzbereit, solange sein Selbsttest grün anzeigt. Diese Kontrolle in die bereits eingespielte Lagerroutine einzubauen, braucht nur eine zusätzliche Erinnerung im Terminplan des Teams.
Die Wartung des Defibrillators bleibt unabhängig von der Kategorie der Einrichtung Aufgabe des Betreibers, gemäß Artikel R. 5212-25 des französischen Code de la santé publique. Ein Wartungsvertrag oder eine Mietlösung mit dieser Nachverfolgung, bereits ab 50 Euro zzgl. MwSt. im Monat erhältlich, entbindet das Apothekenteam davon, die Austauschfristen zusätzlich zum üblichen Tagesgeschäft selbst zu verwalten.
| Zu überwachendes Element | Übliche Häufigkeit |
|---|---|
| Selbsttestanzeige des Geräts | regelmäßige Sichtkontrolle |
| Elektroden | Austausch alle 2 bis 5 Jahre |
| Batterie | Austausch alle 3 bis 5 Jahre |
| Gesamtes Gerät | Lebensdauer von 8 bis 10 Jahren und mehr |
Das Gerät korrekt melden und ausschildern
Jeder öffentlich zugängliche Defibrillator muss in der landesweiten Datenbank Géo'DAE gemeldet werden, damit die Rettungsdienste bei einem Anruf das nächstgelegene Gerät lokalisieren können. Diese Meldung zählt für eine Apotheke im Bereitschaftsdienst noch mehr, da ihre nächtliche Adresse den Anwohnern nicht immer geläufig ist. Die im Schaufenster angebrachte Beschilderung muss dem durch den arrêté du 29 novembre 2018 (Erlass vom 29. November 2018) festgelegten Modell entsprechen und sowohl von innen als auch vom Gehweg aus sichtbar sein.
Das diensthabende Personal sollte das Gerät bei einem Anruf beim Notruf 15 dem Leitstellenpersonal melden, damit ein Ersthelfer zur Apotheke geleitet werden kann, falls sie näher liegt als der übliche Rettungspunkt. Diese einfache Abstimmung stärkt die Rolle, die die Apotheke im Viertel bereits einnimmt.
Das ganze Team schulen, nicht nur den Inhaber
Eine Apotheke beschäftigt oft unterschiedliche Profile, Inhaber, angestellte Apotheker, pharmazeutisch-technische Assistenten, Auszubildende und Personal am Empfang, deren Dienstpläne sich kaum überschneiden. Wird nur der Inhaber geschult, bleibt das Gerät während eines großen Teils der Öffnungszeiten ohne geschulten Anwender. Eine kurze, regelmäßig aufgefrischte Schulung in lebensrettenden Sofortmaßnahmen erlaubt es jeder Person am Tresen, zu handeln, ohne auf die Rückkehr der verantwortlichen Person zu warten.
Das Gerät führt den Anwender per Sprachansage durch jeden Schritt, was für eine erst kürzlich eingestellte Auszubildende ein wertvolles Sicherheitsnetz bleibt. Diese Unterstützung ersetzt nicht das regelmäßige Üben der Herzdruckmassage, die noch vor dem Anlegen der Elektroden entscheidend bleibt und am besten von möglichst vielen Teammitgliedern beherrscht wird.
Häufige Fragen
Muss eine Apotheke einen Defibrillator installieren?
Das hängt von ihrer Kategorie als öffentlich zugängliche Einrichtung ab, berechnet nach der Anzahl der aufnehmbaren Personen. Die meisten Apotheken im Wohnviertel fallen in Kategorie 5 und sind nicht automatisch von der Pflicht betroffen, anders als eine große Drogerie, die in eine höhere Kategorie fallen kann. Im Zweifel kann der Inhaber diese Einstufung bei den zuständigen Stellen prüfen lassen.
Welcher Defibrillatortyp eignet sich für eine Apotheke?
Ein vollautomatisches Modell eignet sich für ein Team mit Auszubildenden oder wenig erfahrenen Vertretungskräften, da es den Schock ohne manuelle Bestätigung abgibt. Das Gerät muss im für das Publikum zugänglichen Bereich bleiben, niemals hinter dem Tresen eingeschlossen, mit einem Paar Kinderelektroden, falls die Kundschaft Kinder umfasst.
Braucht eine Apotheke im Bereitschaftsdienst nachts eine andere Beschilderung?
Die dem Erlass vom 29. November 2018 entsprechende Beschilderung muss jederzeit sichtbar bleiben, auch während des Nachtdienstes. Die Meldung in der Datenbank Géo'DAE wird dann besonders wichtig, da die Apotheke zum nächstgelegenen Rettungspunkt für einen Anwohner werden kann, sobald andere Geschäfte geschlossen haben.
Wer darf den Defibrillator einer Apotheke im Notfall benutzen?
Jeder Ersthelfer, geschult oder nicht, darf einen automatisierten externen Defibrillator benutzen, da das Gerät jeden Schritt per Sprachansage begleitet und einen Schock nur abgibt, wenn ein dafür geeigneter Herzrhythmus erkannt wird. Die Schulung des gesamten Apothekenteams bleibt dennoch empfehlenswert, um im Ernstfall schneller und sicherer zu handeln.
Wie lässt sich die Überwachung des Defibrillators in den Apothekenalltag einbauen?
Die Kontrolle der Verfallsdaten von Elektroden und Batterie lässt sich in die bereits für Medikamente genutzte Routine einbauen, mit einer Erinnerung im Terminplan des Teams. Ein Wartungsvertrag oder eine Mietlösung mit dieser Nachverfolgung, bereits ab 50 Euro zzgl. MwSt. im Monat erhältlich, nimmt der Apotheke diese Aufgabe im Tagesgeschäft ab.
Planen Sie eine Ausstattung?
Kauf, Miete ab 50 EUR zzgl. MwSt. pro Monat, Installation mit GéoDAE-Meldung, Wartung und Schulung: unser Team antwortet innerhalb von 24 Stunden.



