AED an Freizeitanlagen und Stränden: Pflichten und Praxis
Verfasst von Cyrille GAGNAIRE, France Défibrillateur. Veröffentlicht am 19. Oktober 2026.

Eine Freizeitanlage bringt auf wenigen Hektar Badegäste, Sportler, Familien und manchmal hunderte Schulkinder auf Ausflug zusammen. Anstrengung, Hitze und Wasser lassen die Zahl der Notfälle steigen, während der Rettungsdienst weit entfernt sein kann. Dieser Leitfaden zeigt, wie man die Ausstattung mit einem Defibrillator plant, von der Wahl des Standorts bis zur Wartung eines wetterbelasteten Geräts.
Ein offenes Gelände, gebündelte Risiken
In Frankreich kommt es jedes Jahr zu etwa 50 000 Herzstillständen, und jede Minute ohne Defibrillation senkt die Überlebenschance um rund 10 %. Auf einer Freizeitanlage zählen diese Minuten umso mehr, weil das Gelände weitläufig ist, mitunter am Ortsrand liegt und Rettungsfahrzeuge die Zufahrtswege nur langsam befahren.
Das Wasser bringt eine eigene Schwierigkeit mit. Ein Badegast mit Kreislaufzusammenbruch wird möglicherweise spät bemerkt, vom Bademeister aus dem Wasser geholt und erst am Ufer versorgt. Die Rettungskette beginnt dann mit der Bergung, und der Defibrillator muss in unmittelbarer Reichweite des Wachpostens sein.
Was die Vorschriften sagen
Die Ausstattungspflicht aus der loi 2018-527 und dem décret 2018-1186 (französisches Gesetz und Dekret zu Defibrillatoren in öffentlichen Gebäuden) gilt für ERP (établissements recevant du public, also für die Öffentlichkeit zugängliche Einrichtungen) je nach Kategorie und Typ. ERP der Kategorien 1 bis 3 sind seit dem 1. Januar 2020 betroffen, Kategorie 4 seit 2021 und einige ERP der Kategorie 5 seit 2022. Eine Freizeitanlage umfasst oft mehrere Gebäude und Angebote: Empfang, Gastronomie, Umkleiden, Sporteinrichtungen. Der Betreiber muss jeden Teil mit der Sicherheitskommission einstufen lassen.
Ein frei zugänglicher Strand oder See ist im engeren Sinn kein ERP. Das Fehlen einer Pflicht hindert eine Gemeinde jedoch nicht daran, ihre Badestellen auszustatten, und viele tun das freiwillig. In jedem Fall ist die Meldung in GéoDAE (dem nationalen Defibrillatorenregister) für die betroffenen Geräte verpflichtend, und die Beschilderung muss dem arrêté du 29 novembre 2018 (ministerielle Verordnung zur Kennzeichnung von Defibrillatoren) entsprechen.

Wo das Gerät hingehört
Der richtige Standort ist einer, den ein Ersthelfer ohne Zögern innerhalb weniger Dutzend Sekunden erreicht. An einem bewachten Strand liegt der Wachposten nahe, sofern er zu den Zeiten geöffnet ist, in denen das Publikum das Gelände nutzt. Außerhalb der Saison oder der Aufsichtszeiten ist ein Gerät in einem verschlossenen Raum nutzlos.
Auf einem weitläufigen Gelände reicht ein einzelner Defibrillator nicht. Besser ist es, die stark besuchten Bereiche zu erfassen, die tatsächlichen Gehwege zu messen und die Geräte entsprechend zu verteilen. Ein gut sichtbarer Aushang mit Lageplan am Eingang hilft den Besuchern, das nächste Gerät zu finden.
| Bereich des Geländes | Worauf zu achten ist | Übliche Lösung |
|---|---|---|
| Wachposten am Strand | Dauerhafter Zugang zu den Öffnungszeiten | Gut sichtbarer Schrank auf der Publikumsseite |
| Empfang und Gastronomie | Anwesenheit geschulten Personals | Innenschrank am Eingang |
| Sport- und Spielbereiche | Entfernung zum Hauptgebäude | Beheizter und belüfteter Außenschrank |
| Parkplätze und Wege | Beschilderung und Wegweisung | Schilder und Lageplan |
Sand, Wasser und Sonne standhalten
Ein Defibrillator bleibt ein elektronisches Gerät. Die Hitze in einem Unterstand in praller Sonne, Feuchtigkeit, Gischt in Küstennähe oder feiner Sand können Gerät, Elektroden und Akku beeinträchtigen, die jeweils eigene Betriebs- und Lagertemperaturbereiche haben. Diese sollte man vor der Wahl des Standorts im Handbuch des Herstellers nachlesen.
Für einen Außenstandort schützt ein geeigneter Schrank vor Regen und Spritzwasser, und seine Temperaturregelung mildert die stärksten Schwankungen. Die Entscheidung zwischen Innen- und Außenschrank fällt daher für jeden Standort einzeln, nach der tatsächlichen Belastung statt nach Gewohnheit.
Ein saisonal genutztes Gerät warten
Die Wartung obliegt dem Betreiber nach article R. 5212-25 du Code de la santé publique (französisches Gesundheitsgesetzbuch). Für ein Gelände, das jedes Frühjahr wieder öffnet, folgt sie dem Rhythmus der Saison: vollständige Prüfung vor der Eröffnung, regelmäßige Kontrolle der Selbsttestanzeige im Sommer, Inspektion nach Hitzewellen oder Stürmen.
Die Größenordnungen sind bekannt. Elektroden halten 2 bis 5 Jahre, Akkus 3 bis 5 Jahre, das Gerät selbst 8 bis 10 Jahre und länger. Ein datiertes Prüfregister belegt die Nachverfolgung und erlaubt es, Austausche zu planen, bevor sie mitten in die Saison fallen.
Wer kein Budget binden möchte, kann das Gerät ab 50 € zzgl. MwSt. pro Monat mieten, Wartung inklusive. Beim Kauf gilt eine Garantie von 5 Jahren, die Lieferung dauert 2 bis 5 Werktage, und das Angebot kommt innerhalb von 24 Stunden.
Saisonkräfte schulen
Ein Gerät nützt nur, wenn sich jemand traut, es zu benutzen. Bademeister, Animateure und Empfangspersonal, oft nur für den Sommer eingestellt, müssen wissen, wo der Defibrillator hängt und wie sie Notruf, Herzdruckmassage und Schock verbinden. Eine kurze Sensibilisierung zu Saisonbeginn genügt, um diese Handgriffe vertraut zu machen.
Eine Übung vor Ort, am Wasser ebenso wie am Empfang, deckt schnell Schwachstellen auf: eine verschlossene Tür, ein hinter einem Sonnenschirm verdecktes Schild, eine schlecht sichtbare Notrufnummer. Man entdeckt sie besser im Juni als im August.
Häufige Fragen
Muss ein unbewachter Strand einen Defibrillator haben?
Ein frei zugänglicher Strand ist kein ERP, daher gilt keine allgemeine Pflicht. Die Gemeinde kann das Gelände dennoch ausstatten, vor allem nahe einem Wachposten oder einem stark genutzten Parkplatz. Ein installiertes Gerät muss dann in GéoDAE gemeldet, ausgeschildert und gewartet werden.
Kann ein Defibrillator das ganze Jahr draußen bleiben?
Ja, sofern er in einem geeigneten Außenschrank steht, der vor Regen, Sand und Temperaturschwankungen schützt. Außerdem sollte man die vom Hersteller angegebenen Betriebsbereiche prüfen, insbesondere für Elektroden und Akku.
Darf man einen nassen Badegast defibrillieren?
Das Opfer muss zuerst aus dem Wasser gebracht und der Brustkorb rasch abgetrocknet werden, bevor man die Elektroden anbringt. Sobald die Person am Ufer liegt, führt das Gerät den Anwender bei jedem Schritt per Sprachansage, und die Herzdruckmassage hat bis dahin Vorrang.
Wer ist auf einer Freizeitanlage für die Wartung zuständig?
Die Wartung obliegt dem Betreiber nach article R. 5212-25 du Code de la santé publique. Er kann sie per Vertrag einem Dienstleister übertragen. Ein datiertes Register der Prüfungen sowie der Elektroden- und Akkuwechsel dokumentiert die Nachverfolgung.
Braucht jeder Bereich der Anlage ein Gerät?
Nicht zwingend jeder Bereich, aber das Gerät muss von allen stark besuchten Punkten schnell erreichbar sein. Auf einem weitläufigen Gelände reicht ein einzelner Defibrillator oft nicht: Gehwege messen und die Geräte nach Besucherzahl verteilen.
Planen Sie eine Ausstattung?
Kauf, Miete ab 50 EUR zzgl. MwSt. pro Monat, Installation mit GéoDAE-Meldung, Wartung und Schulung: unser Team antwortet innerhalb von 24 Stunden.



