04 37 54 55 99
Alle Ratgeber

AED-Beschilderung: Hinweisschilder und Wegweiser

Verfasst von Cyrille GAGNAIRE, France Défibrillateur. Veröffentlicht am 12. August 2026.

Ein gut gewarteter Defibrillator nützt nichts, wenn niemand weiß, wo er hängt. Im Notfall verringert jede Sekunde, die mit der Suche nach dem Gerät verloren geht, die Überlebenschancen. Der französische Erlass vom 29. November 2018 regelt die Beschilderung automatisierter externer Defibrillatoren (AED), damit ein Ersthelfer das Gerät erkennt und ohne Zögern erreicht, selbst an einem unbekannten Ort.

Was der Erlass vom 29. November 2018 vorschreibt

Dieser französische Text legt die Merkmale des Hinweisschilds fest, das jeden an einem öffentlich zugänglichen Ort installierten automatisierten externen Defibrillator begleiten muss. Vorgeschrieben ist ein genormtes Piktogramm, das unabhängig von der Sprache des Ersthelfers erkennbar ist, zusammen mit der Aufschrift DAE oder Defibrillator.

Das Schild muss jederzeit sichtbar bleiben, bei Tag und bei Nacht, und darf nicht durch Mobiliar, ein Plakat oder einen Vorhang verdeckt werden. Ein korrekt angebrachtes Schild, das später durch eine neue Innendekoration verdeckt wird, ist nicht mehr regelkonform, selbst wenn das Gerät selbst einwandfrei funktioniert.

Diese Vorgabe ergänzt die eigentliche Ausstattungspflicht, die dem Zeitplan des loi 2018-527 (des französischen AED-Gesetzes) und des décret 2018-1186 (der zugehörigen Durchführungsverordnung) folgt: Kategorien 1 bis 3 seit dem 1. Januar 2020, Kategorie 4 seit 2021, bestimmte Einrichtungen der Kategorie 5 seit 2022. Wer das Gerät installiert, ohne es zu beschildern, erfüllt nur die halbe Pflicht.

Wo die Schilder im Gebäude angebracht werden

Die Beschilderung erfolgt in zwei Schritten. Ein erstes Schild weist bereits am Eingang des Gebäudes oder Geländes auf das Vorhandensein des Defibrillators hin, damit jeder, der die Tür öffnet, weiß, dass ein Gerät vor Ort verfügbar ist. Wegweiser führen anschließend an jeder Flurkreuzung oder jedem Stockwerkswechsel weiter bis zum Wandkasten.

In einem großen Gebäude, auf einem Parkplatz oder an einem Standort mit mehreren Eingängen ist es besser, mehrere Orientierungspunkte zu setzen, statt sich auf ein einziges, noch so gut sichtbares Schild zu verlassen. Das Ziel bleibt dasselbe: Ein Besucher, der die Räumlichkeiten nicht kennt, soll das Gerät in weniger als einer Minute finden.

An einem Standort mit mehreren Gebäuden, etwa einem Schulcampus oder einem Industriegelände, spielt auch die Lage des Wandkastens selbst eine Rolle. Ein zentral platzierter, aber schlecht ausgeschilderter Defibrillator ist weniger wirksam als ein etwas abseits liegendes Gerät, dessen Weg von jedem Eingang aus eindeutig markiert ist.

Bereich der EinrichtungEmpfohlene Beschilderung
HaupteingangAED-Schild sichtbar vom Zugang aus, auf Augenhöhe
Flure und VerkehrswegeRichtungspfeile an jeder Kreuzung
Außenparkplatz oder NebeneingangEigenes Schild, falls der Wandkasten vom Eingang aus nicht sichtbar ist
Empfang oder RezeptionHinweis auf den genauen Standort, nützlich bei internen Anrufen

Das Piktogramm und der Inhalt des Schilds

Das im Erlass festgelegte Piktogramm zeigt ein von einem Blitz durchzogenes Herz auf grünem Grund, erhältlich in rechteckiger oder quadratischer Ausführung. Dieses Symbol ist in ganz Frankreich einheitlich und ähnelt den Modellen mehrerer anderer europäischer Länder, was einem ausländischen Besucher das Wiedererkennen erleichtert.

Ein regelkonformes Schild muss von der Einrichtung weder angepasst noch neu gestaltet werden. Hersteller und Vertriebspartner von Defibrillatoren liefern gebrauchsfertige Modelle, die oft in Installationspaketen zusammen mit der Wandhalterung und dem Wartungsetikett enthalten sind.

Manche Einrichtungen ergänzen die Beschilderung, etwa durch einen Hinweis auf die Notrufnummer oder eine kurze Bedienungsanleitung in der Nähe des Wandkastens. Solche Ergänzungen bleiben freiwillig und ersetzen nicht das vorgeschriebene Schild, können aber einen mit der Situation wenig vertrauten Ersthelfer beruhigen.

Wer für die Beschilderung verantwortlich ist

Anbringung und Erhalt der Beschilderung obliegen dem Betreiber der Einrichtung, ebenso wie die Wartung des Geräts selbst gemäß Artikel R. 5212-25 des französischen Gesundheitsgesetzbuchs (Code de la santé publique). Ein schlecht beschilderter Defibrillator birgt dasselbe Risiko wie ein außer Betrieb befindliches Gerät: Im Notfall erfüllt er seinen Zweck nicht.

Dieser Punkt wird bei Sicherheitsbegehungen regelmäßig geprüft, zusammen mit dem Wartungsregister und den Verfallsdaten der Elektroden. Ein Betreiber, der die Wartung an einen Dienstleister vergibt, sollte prüfen, dass die Beschilderung ausdrücklich Teil des Vertrags ist, statt sie als Nebensächlichkeit zu behandeln.

Übereinstimmung zwischen Beschilderung und GéoDAE-Eintrag

Physische Beschilderung und der Eintrag in GéoDAE, der französischen nationalen AED-Datenbank, verfolgen dasselbe Ziel, nämlich den Defibrillator auffindbar zu machen, richten sich jedoch an zwei unterschiedliche Zielgruppen. Das Schild leitet einen bereits vor Ort anwesenden Ersthelfer, der Eintrag ermöglicht es der Rettungsleitstelle, einen Anrufer zum nächstgelegenen Gerät zu lenken.

Es lohnt sich daher zu prüfen, ob die in GéoDAE hinterlegte Adresse und Standortbeschreibung genau dem entsprechen, was die Beschilderung vor Ort angibt, etwa Gebäude A, Eingangshalle. Eine Abweichung zwischen beiden verzögert unnötig die Orientierung eines Anrufers mitten im Notfall.

Was bei einem Umzug oder Standortwechsel zu tun ist

Wird ein Defibrillator verlegt, selbst nur um wenige Meter, muss die gesamte Wegweisung dorthin überarbeitet und der entsprechende GéoDAE-Eintrag aktualisiert werden. Ein altes Schild, das weiterhin auf einen leeren Platz verweist, führt einen eiligen Ersthelfer in die Irre, was wertvolle Minuten kosten kann.

Bei Umbauarbeiten, einem Mieterwechsel oder einer Neuorganisation der Räumlichkeiten empfiehlt es sich, die Beschilderung des Defibrillators in die Checkliste vor der Wiederinbetriebnahme der Räume aufzunehmen, ebenso wie die Sicherheitsbeleuchtung und die Notausgänge.

Häufige Fragen

Ist die Beschilderung eines Defibrillators wirklich vorgeschrieben?

Ja, der Erlass vom 29. November 2018 schreibt ein regelkonformes Schild für jeden automatisierten externen Defibrillator an einem öffentlich zugänglichen Ort vor. Diese Pflicht kommt zur Ausstattungspflicht betroffener Einrichtungen hinzu und ist nicht nur eine Frage guter Praxis.

Unterscheidet sich das Schild je nach Gebäudeart?

Nein, das nationale Piktogramm ist überall gleich, ob es sich um ein Rathaus, ein Geschäft oder eine Sporthalle handelt. Nur die Anordnung der Wegweiser variiert, je nach Größe des Standorts und Anzahl der abzudeckenden Eingänge.

Wer liefert die Schilder beim Kauf eines Defibrillators?

Die meisten Installationspakete enthalten einen Satz regelkonformer Schilder, geliefert zusammen mit der Wandhalterung und dem Wartungsetikett. Andernfalls lassen sich die Modelle separat beim Lieferanten des Defibrillators bestellen.

Was riskiert eine Einrichtung ohne regelkonforme Beschilderung?

Bei einer Kontrolle kann eine fehlende oder nicht regelkonforme Beschilderung ebenso beanstandet werden wie ein Wartungsmangel. Vor allem verzögert sie konkret den Zugang zum Gerät bei einem Herzstillstand, was dem eigentlichen Zweck der Ausrüstung zuwiderläuft.

Wie lässt sich die dauerhafte Sichtbarkeit der Beschilderung prüfen?

Es genügt, diesen Punkt in die ohnehin durchgeführten Wartungskontrollen aufzunehmen und zu beobachten, ob ein Schild durch ein Plakat, ein Möbelstück oder Bauarbeiten verdeckt wurde. Diese Prüfung dauert wenige Sekunden und verhindert, dass ein Mangel monatelang unbemerkt bleibt.

Planen Sie eine Ausstattung?

Kauf, Miete ab 50 EUR zzgl. MwSt. pro Monat, Installation mit GéoDAE-Meldung, Wartung und Schulung: unser Team antwortet innerhalb von 24 Stunden.

Ebenfalls lesenswert