Defibrillatoren an Universitäten und auf Campussen: Pflichten und Praxis
Verfasst von Cyrille GAGNAIRE, France Défibrillateur. Veröffentlicht am 13. September 2026.

Ein Universitätscampus ist kein einzelnes Gebäude. Hörsäle, eine Bibliothek, eine Mensa, eine Sporthalle und Wohnheime bilden oft mehrere getrennte Gebäude, manchmal über mehrere Hektar verteilt, jedes mit eigenen Sicherheitsregeln. Diese Struktur wirft für eine Hochschule, die sich mit automatisierten externen Defibrillatoren (AED) ausstatten will, echte Fragen auf: wie viele Geräte nötig sind, wo sie platziert werden und wie ihre Wartung auf einem so ausgedehnten Gelände organisiert wird.
Ein Campus, mehrere Gebäude, unterschiedliche Regeln
Ein Universitätscampus besteht selten aus einem einzigen Gebäude. Hörsäle, Lehreinheiten, die Universitätsbibliothek, die Mensa, die Sporthalle oder ein Studentenwohnheim sind oft getrennte, öffentlich zugängliche Einrichtungen (ERP), die jeweils nach ihrer Kapazität in eine eigene Kategorie eingestuft werden. Die Pflicht zur Installation eines automatisierten externen Defibrillators (DEA) hängt von dieser Kategorie ab: sie gilt für Einrichtungen der Kategorien 1 bis 3 seit dem 1. Januar 2020, für Kategorie 4 seit 2021, und für bestimmte Einrichtungen der Kategorie 5 seit 2022, gemäss dem französischen Gesetz loi 2018-527 und seiner Durchführungsverordnung décret 2018-1186.
In der Praxis kann eine Universität von Gebäude zu Gebäude unterschiedliche Pflichten haben: ein grosser Hörsaal oder eine stark frequentierte Bibliothek fallen leichter in die betroffenen Kategorien als eine kleine Verwaltungseinheit. Die Liegenschafts- oder Sicherheitsabteilung der Einrichtung sollte diese Einstufung gebäudeweise vornehmen, statt den gesamten Campus als eine Einheit zu betrachten.
Eine junge Bevölkerung, aber ein reales Herzrisiko
Ein Campus vereint überwiegend junge Studierende, aber auch Lehrpersonal, Verwaltungs- und technisches Personal sowie zahlreiche Besucher bei Tagen der offenen Tür, Tagungen oder Prüfungen. In Frankreich ereignen sich jährlich rund 50 000 Herzstillstände, und jede Minute ohne Defibrillation verringert die Überlebenschance um etwa 10 Prozent. Keine Altersgruppe ist davor gefeit, und die schiere Zahl der Menschen auf einem grossen Campus erhöht rechnerisch die Wahrscheinlichkeit, dass ein solches Ereignis dort einmal auftritt.
Universitärer Sport, oft intensiv und mitunter wettkampfmässig, bringt ein zusätzliches Risiko mit sich, ebenso wie Zeiten hohen Andrangs bei Semesterbeginn oder Studentenpartys in den Räumen der Einrichtung.

Wo Defibrillatoren auf einem ausgedehnten Gelände platzieren
Auf einem Campus kann die Entfernung zwischen zwei Gebäuden mehrere hundert Meter betragen. Sich auf einen einzigen zentralen Defibrillator zu verlassen, bedeutet, manche Bereiche ohne schnellen Zugang zum Gerät zu lassen, obwohl jede Minute zählt. Es ist besser, mehrere DEA entsprechend der tatsächlichen Personenströme zu verteilen, statt sich allein an der Verwaltungsgrösse der Gebäude zu orientieren.
| Bereich des Campus | Typische Frequentierung | Nutzen eines eigenen Defibrillators |
|---|---|---|
| Empfangshalle oder Verwaltung | Durchgehend tagsüber | Leicht auffindbarer Bezugspunkt für die Rettungskräfte |
| Universitätsbibliothek | Hoch, auch abends | Viele Personen, teils isoliert in den Stockwerken |
| Mensa | Spitzen zu den Essenszeiten | Kurzzeitig starke Konzentration von Personen |
| Sporthalle und Sportanlagen | Intensive körperliche Anstrengung | Erhöhtes Herzrisiko während der Belastung |
| Studentenwohnheim | Anwesenheit Tag und Nacht | Abdeckung auch ausserhalb der Vorlesungszeiten |
Beschilderung und Géo'DAE-Meldung Gebäude für Gebäude
Die Beschilderung jedes Defibrillators muss der französischen Verordnung arrêté du 29 novembre 2018 entsprechen, mit einem gut sichtbaren Schild am Eingang jedes Gebäudes, das Richtung und genauen Standort des nächstgelegenen Geräts angibt. Auf einem Campus mit mehreren Gebäuden ist diese Beschilderung besonders nützlich, da sich ein Besucher oder ein neuer Studierender nicht immer auskennt.
Jedes Gerät muss zudem einzeln in der Datenbank Géo'DAE gemeldet werden, mit einer möglichst genauen Standortangabe: Gebäude, Stockwerk, Flur. Diese Genauigkeit ermöglicht es den Rettungsleitstellen, einen Ersthelfer effizient zum richtigen Gerät zu lotsen, wenn ein Campus mehrere Dutzend Gebäude umfasst.
Die Wartung auf Ebene der Einrichtung zentralisieren
Wie bei jedem Betreiber liegt die Wartung der Defibrillatoren gemäss Artikel R. 5212-25 des französischen Gesundheitsgesetzbuchs beim Betreiber selbst. Auf einem Campus mit möglicherweise mehreren Dutzend Geräten erleichtert ein einziges, zentrales Register die Nachverfolgung erheblich: Kontrolltermine, Ergebnisse der Selbsttests, Austausch der Elektroden alle zwei bis fünf Jahre und der Batterien alle drei bis fünf Jahre sowie die Lebensdauer des Geräts selbst von acht bis zehn Jahren und mehr.
Die Miete, bereits ab 50 Euro zzgl. MwSt. pro Monat inklusive Wartung erhältlich, vereinfacht die Verwaltung eines auf mehrere Standorte verteilten Geräteparks: die Nachverfolgung der Verbrauchsmaterialien und Selbsttests übernimmt der Anbieter, statt dass jede Gebäudeverwaltung dies einzeln tut. Die Geräte werden innerhalb von zwei bis fünf Werktagen geliefert, und ein Angebot zur Ausstattung eines ganzen Campus kann innerhalb von 24 Stunden erstellt werden.
Studierende und Personal für lebensrettende Massnahmen sensibilisieren
Ein gut installierter Defibrillator nützt nichts, wenn sich niemand traut, ihn zu benutzen. Eine kurze Sensibilisierung für lebensrettende Massnahmen im Rahmen der Erstsemesterorientierung, gleichrangig mit der Vorstellung der Hausordnung, vervielfacht die Zahl der Personen, die in den ersten Minuten handlungsfähig sind.
Das Verwaltungs- und technische Personal, das oft ganzjährig auf dem Campus präsent ist, profitiert von einer regelmässig wiederholten Erste-Hilfe-Ausbildung. Studentische Ersthelfer-Vereinigungen, sofern vorhanden, sind ebenfalls eine wertvolle Unterstützung, um regelmässige Workshops zu organisieren und die Kenntnisse von Jahrgang zu Jahrgang aufzufrischen.
Häufige Fragen
Muss eine Universität einen Defibrillator installieren?
Die Pflicht hängt von der ERP-Kategorie (öffentlich zugängliche Einrichtung) jedes Gebäudes auf dem Campus ab. Einrichtungen der Kategorien 1 bis 3 sind seit dem 1. Januar 2020 ausgestattet, Kategorie 4 seit 2021, und einige Einrichtungen der Kategorie 5 seit 2022. Ein grosser Hörsaal oder eine stark frequentierte Bibliothek fallen leichter in diese Kategorien als ein kleines Verwaltungsgebäude.
Braucht jedes Gebäude auf einem Campus einen eigenen Defibrillator?
Gesetzlich ist kein Gerät pro Gebäude vorgeschrieben, aber es ist oft die wirksamste Lösung. Auf einem ausgedehnten Gelände lässt ein einziger Defibrillator ganze Bereiche ohne schnellen Zugang. Die Verteilung nach tatsächlicher Frequentierung, Bibliothek, Mensa, Sporthalle und Wohnheim, sichert einen Zugang innerhalb weniger Minuten von jedem Punkt des Campus aus.
Wer entscheidet über den Standort der Defibrillatoren auf einem Campus?
Die Liegenschafts-, Sicherheits- oder Arbeitsschutzabteilung der Einrichtung legt gemeinsam mit der Leitung die Standorte der Geräte fest. Die Analyse sollte Personenströme, Öffnungszeiten jedes Gebäudes und Bereiche mit erhöhter körperlicher Anstrengung, wie Sportanlagen, berücksichtigen, bevor eine Meldung in Géo'DAE erfolgt.
Dürfen Studierende im Notfall einen Defibrillator benutzen?
Ja. Das französische Recht erlaubt es jeder Person, auch ohne Ausbildung, einen automatisierten externen Defibrillator bei einer Person mit Herzstillstand einzusetzen. Das Gerät führt den Anwender bei jedem Schritt per Sprachansage und gibt nur dann einen Schock ab, wenn es einen dafür geeigneten Herzrhythmus feststellt, was die Anwendung auch für ungeschulte Studierende sicher macht.
Wer ist für die Wartung der Defibrillatoren auf einem Universitätscampus zuständig?
Die Wartung obliegt der betreibenden Einrichtung gemäss Artikel R. 5212-25 des französischen Gesundheitsgesetzbuchs, unabhängig davon, wie viele Geräte auf dem Campus installiert sind. Ein zentrales Register und gegebenenfalls ein Mietvertrag mit inbegriffener Wartung erleichtern die Nachverfolgung von Selbsttests und Austauschterminen der Verbrauchsmaterialien in allen Gebäuden.
Planen Sie eine Ausstattung?
Kauf, Miete ab 50 EUR zzgl. MwSt. pro Monat, Installation mit GéoDAE-Meldung, Wartung und Schulung: unser Team antwortet innerhalb von 24 Stunden.



