Defibrillator in Kinos, Theatern und Konzertsälen: die Pflichten
Verfasst von Cyrille GAGNAIRE, France Défibrillateur. Veröffentlicht am 2. September 2026.

Ein Multiplex-Kino, ein städtisches Theater oder ein Konzertsaal empfangen Publikum unter besonderen Bedingungen: Dunkelheit während der Vorstellung, enge Gänge, Menschenmengen, die sich auf wenige Zeitfenster konzentrieren. Diese Einrichtungen unterliegen denselben Vorschriften für öffentlich zugängliche Gebäude wie ein Geschäft oder ein Rathaus, doch ihr Betrieb verlangt besondere Entscheidungen bei der Platzierung des Defibrillators, der Schulung des Empfangs- und Sicherheitspersonals sowie der Wartung des Geräts zwischen zwei Vorstellungen.
Ein Veranstaltungsort bleibt eine öffentlich zugängliche Einrichtung
Ein Kino, ein Theater, ein Konzertsaal oder ein Kabarett fallen unter dieselbe Kategorie öffentlich zugänglicher Einrichtungen wie ein Geschäft oder ein Rathaus. Das französische Gesetz loi 2018-527 und die zugehörige Durchführungsverordnung décret 2018-1186 (auf Deutsch: Gesetz und Verordnung zur Ausstattung öffentlich zugänglicher Gebäude mit Defibrillatoren) schreiben je nach Gebäudekategorie einen automatisierten externen Defibrillator (AED, auf Französisch DAE) vor: Kategorien 1 bis 3 seit dem 1. Januar 2020, Kategorie 4 seit 2021, ein Teil der Einrichtungen der Kategorie 5 seit 2022. Ein städtischer Saal mit 180 Plätzen und ein Multiplex-Kino mit mehreren Tausend Sitzplätzen unterliegen daher weder demselben Zeitplan noch denselben Anforderungen.
Die Einstufung richtet sich nach der zulässigen Höchstkapazität, die in der nach Prüfung durch die örtliche Sicherheitskommission erteilten Betriebsgenehmigung festgelegt ist. Ein Betreiber, der den Saal vergrößert, Tribünen hinzufügt oder die Bestuhlung ändert, muss prüfen, ob sich dadurch die Kategorie und somit die Frist für die Pflichtausstattung ändert. Im Zweifel hilft die Präventionsabteilung der Präfektur oder die örtliche Feuerwehr weiter, die die Sicherheitsakte der Einrichtung führt.
Was Dunkelheit und Lärm während einer Vorstellung verändern
Ein Veranstaltungsort birgt eine Besonderheit, die kaum eine andere öffentliche Einrichtung kennt: Das Publikum bleibt lange Zeit ruhig im Dunkeln sitzen, und das verfügbare Personal beschränkt sich oft auf wenige Platzanweiser oder Brandschutzhelfer. Der Defibrillator muss von einer medizinischen Laienperson unter Stress und ohne unmittelbare visuelle Orientierung bedienbar bleiben. Ein Gerät mit klarer Sprachführung und kurzen Anweisungen gleicht das fehlende Tageslicht und den Restlärm eines sich hastig leerenden Saals aus.
Die Wahl zwischen einem vollautomatischen Gerät, das den Schock ohne menschliche Bestätigung abgibt, und einem halbautomatischen Gerät, bei dem ein Knopf gedrückt werden muss, bekommt hier ein besonderes Gewicht. In einem Haus mit häufigem Personalwechsel, in dem bei Großveranstaltungen ehrenamtliche Helfer das Team verstärken, verringert ein automatisches Modell das Risiko des Zögerns im entscheidenden Moment.
Wo der Defibrillator in einem Veranstaltungsort platziert werden sollte
Das Foyer ist der naheliegendste Standort, zugänglich vor und nach der Vorstellung, gut sichtbar für Publikum und Kassenpersonal. Doch ein Haus mit mehreren Ebenen, Parkett und Rang oder zahlreichen Notausgängen profitiert davon, die Ausrüstung zu verteilen: ein Gerät nahe dem Eingang, ein zweites in der Nähe der Regie oder der Garderoben, wo sich Technikpersonal und Künstler oft über viele Stunden aufhalten. Der Grundsatz bleibt derselbe wie bei jeder Einrichtung: nicht mehr als drei Gehminuten von jedem für das Publikum zugänglichen Punkt entfernt.
Backstage-Bereiche und Garderoben verdienen besondere Aufmerksamkeit, die oft vergessen wird. Technikteams, Künstler und Produktionspersonal verbringen manchmal mehr Zeit in diesen Räumen als im Saal selbst, mit einem langsameren Zugang für externe Rettungskräfte.
Den Defibrillator trotz Dunkelheit auffindbar machen
Der arrêté du 29 novembre 2018 (Erlass vom 29. November 2018 zur Kennzeichnung von Defibrillatoren) schreibt eine einheitliche Beschilderung vor, mit dem weißen Piktogramm auf grünem Grund, sichtbar und beleuchtet. In einem Saal, der während der Vorstellung völlig verdunkelt ist, verliert dieses Schild an Nutzen, wenn es nicht durch eine Notbeleuchtung oder eine nachleuchtende Beschichtung ergänzt wird, die auch nach dem Abdunkeln der Beleuchtung noch mehrere Minuten sichtbar bleibt.
Die Personalbesprechung vor jeder Vorstellung, in gut organisierten Häusern für die Brandschutzhinweise bereits üblich, sollte auch einen Hinweis auf den Standort des Defibrillators enthalten. Platzanweiser, oft die ersten Zeugen eines gesundheitlichen Notfalls im Publikum, müssen wissen, wo sich das Gerät befindet, ohne im Dunkeln danach suchen zu müssen.
Feste Teams und punktuelle Verstärkung schulen
Ein Veranstaltungsort beschäftigt selten ein festes Team: qualifizierte Brandschutzhelfer, saisonale Platzanweiser, ehrenamtliche Helfer eines Vereins während eines Festivals, Technikteams auf Tournee. Diese Fluktuation macht es notwendig, vorrangig die festen Stellen zu schulen, die Woche für Woche wiederkehren, und zugleich eine kurze Einweisung für punktuelle Verstärkungen vor jeder größeren Veranstaltung vorzusehen.
Eine Erste-Hilfe-Schulung, sei es eine kurze einstündige Sensibilisierung oder ein umfassenderer zertifizierter Kurs, versetzt das Personal in die Lage, einen Herzstillstand zu erkennen, eine Herzdruckmassage durchzuführen und das Gerät zu bedienen, ohne auf den Rettungsdienst zu warten. Die regelmäßige Auffrischung zählt ebenso viel wie die Erstausbildung, denn diese Handgriffe verblassen schnell, wenn sie nie geübt werden.
Den Defibrillator zwischen zwei Vorstellungen instand halten
Der Defibrillator bleibt das ganze Jahr über installiert, auch während der Sommerpause oder Renovierungsarbeiten, wenn das Haus mehrere Wochen geschlossen bleibt. Der automatische Selbsttest des Geräts muss weiterhin regelmäßig überprüft werden, ebenso die Verbrauchsmaterialien: Elektroden alle zwei bis fünf Jahre wechseln, Batterie alle drei bis fünf Jahre, das gesamte Gerät nach acht bis zehn Nutzungsjahren erneuern.
Die Miete, ab 50 Euro zzgl. MwSt. pro Monat inklusive Wartung, überzeugt viele Kultureinrichtungen mit knappem Budget, insbesondere vereinsgetragene Säle oder städtische Theater, die die Ausgabe lieber verteilen als Kapital zu binden. Ein Kauf bleibt möglich, mit fünf Jahren Garantie, Lieferung innerhalb von zwei bis fünf Werktagen und einem Angebot innerhalb von 24 Stunden, um beide Optionen zu vergleichen.
Häufige Fragen
Muss ein kleines vereinsgetragenes Theater mit weniger als 100 Plätzen einen Defibrillator installieren?
Das hängt von der Gebäudekategorie ab, die von der Sicherheitskommission anhand der Höchstkapazität festgelegt wird, nicht von der Zahl der Vorstellungen. Ein Haus der Kategorie 5 mit sitzendem Publikum kann je nach Tätigkeit seit 2022 betroffen sein. Am sichersten ist es, die Betriebsgenehmigung der Einrichtung zu prüfen oder die örtliche Feuerwehr zu kontaktieren.
Braucht man für Garderoben einen anderen Defibrillator als für das Foyer?
Nein, dasselbe Modell eignet sich überall, solange es zugänglich und gut auffindbar bleibt. Was sich ändert, sind der Standort und die Anzahl der Geräte, abhängig von der Größe des Gebäudes, dem Vorhandensein mehrerer Ebenen und der Entfernung zwischen den Technikbereichen und dem Publikumseingang.
Muss der Defibrillator auch gemeldet werden, wenn der Saal nur wenige Abende im Monat öffnet?
Ja, die Meldung in Géo'DAE (dem französischen nationalen Defibrillator-Register) ist verpflichtend, sobald ein Gerät installiert ist, unabhängig davon, wie oft die Einrichtung öffentlich zugänglich ist. Diese Datenbank erfasst zugängliche Defibrillatoren, um Rettungskräfte in Echtzeit zu lenken, auch zu einem nur gelegentlich geöffneten Haus.
Wer schult ehrenamtliche Helfer, die für ein einmaliges Festival angeworben werden?
Der Veranstalter kann vor der Veranstaltung einen Anbieter für eine kurze Sensibilisierungseinheit beauftragen, die sich auf das Erkennen eines Herzstillstands und die Bedienung des Defibrillators konzentriert. Dies ist keine individuelle gesetzliche Pflicht, aber eine empfohlene Praxis, sobald ein ehrenamtlicher Helfer erster Zeuge eines gesundheitlichen Notfalls werden könnte.
Muss der Defibrillator während Renovierungsarbeiten am Gebäude zugänglich bleiben?
Schließt das Haus vollständig für das Publikum, entfällt die Pflicht zum sofortigen Zugang, doch das Gerät muss für die Wiedereröffnung einsatzbereit gehalten werden. Es bleibt sinnvoll, es für die vor Ort tätigen Bauteams zugänglich zu halten, die ebenfalls einem Herznotfall begegnen können.
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