Defibrillator in Freizeitparks und Zoos: Pflichten und gute Praxis
Verfasst von Cyrille GAGNAIRE, France Défibrillateur. Veröffentlicht am 18. September 2026.

Ein Freizeitpark oder Zoo empfängt täglich mehrere tausend Besucher auf weitläufigen Außenflächen, zwischen Warteschlangen, Fahrgeschäften und Gastronomiebereichen. Diese Struktur bringt eine branchentypische Schwierigkeit mit sich: Ein Besucher oder Mitarbeiter mit einem Herznotfall kann mehrere hundert Meter vom nächsten Empfangspunkt entfernt sein. Dieser Leitfaden erklärt die geltenden Pflichten, wie viele Geräte nötig sind und welche Vorkehrungen ein dauerhafter Außeneinsatz erfordert.
Viele Besucher, weit verteilt und teils körperlich gefordert
Fahrgeschäfte mit starken Beschleunigungen und Druckwechseln belasten das Herz-Kreislauf-System, auch bei Besuchern, die sich für gesund halten. Lange Warteschlangen in der Sommerhitze belasten zusätzlich ältere oder gesundheitlich anfälligere Besucher in der Menge.
In Frankreich kommt es jährlich zu etwa 50.000 Herzstillständen, und jede Minute ohne Defibrillation senkt die Überlebenschance um rund 10 Prozent. In einem Park, in dem der Abstand zwischen zwei Empfangspunkten mehr als fünfhundert Meter betragen kann, hängt diese Zeitspanne ebenso von der Platzierung der Geräte wie von der Alarmierungsgeschwindigkeit des Personals ab.
Was die französische Regelung für diese Einrichtungen vorsieht
Ein für die Öffentlichkeit zugänglicher Freizeitpark oder Zoo unterliegt der französischen Regelung für öffentlich zugängliche Einrichtungen, den sogenannten ERP (etablissements recevant du public, öffentlich zugängliche Einrichtungen). Das Gesetz 2018-527 und die zugehörige Verordnung 2018-1186 schreiben je nach Kategorie der Einrichtung, bestimmt durch die maximale Besucherzahl, die Installation eines Defibrillators vor: Kategorien 1 bis 3 seit dem 1. Januar 2020, Kategorie 4 seit 2021 und bestimmte Einrichtungen der Kategorie 5 seit 2022.
Angesichts ihres Besucheraufkommens fallen die meisten Freizeitparks und Zoos in die anspruchsvolleren Kategorien und müssten daher bereits ausgestattet sein. Der Betreiber bleibt für diese Pflicht verantwortlich, auch wenn einzelne Fahrgeschäfte oder Bereiche auf dem Gelände von Drittbetreibern geführt werden.

Wie viele Geräte für ein so weitläufiges Gelände nötig sind
Ein einzelner Defibrillator am Haupteingang reicht nicht aus, um einen mehrere Hektar großen Park abzudecken. Sinnvoll ist es, die Geräte auf stark frequentierte Bereiche zu verteilen: Parkeingang, zentraler Gastronomiebereich, Bereich der Nervenkitzel-Fahrgeschäfte und ein Sammelpunkt in der Nähe der meistbesuchten Gehege bei einem Zoo.
Eine interne Erste-Hilfe-Station mit geschultem Personal und zentraler Lage ergänzt dieses Netz sinnvoll, indem sie ein zusätzliches Gerät bereithält und als Anlaufstelle für Besucher in Not dient. Für jedes weitläufige Gelände gilt dieselbe Regel: Kein Punkt der Besucherroute sollte mehr als wenige Gehminuten von einem zugänglichen Defibrillator entfernt sein.
Geräte, die eine ganze Saison im Freien aushalten müssen
Die meisten Bereiche eines Freizeitparks oder Zoos liegen den ganzen Tag im Freien, Sonne, Regen und teils Staub von den Wegen ausgesetzt. Ein wetterfester Außenwandschrank, der vor Vandalismus schützt, ohne den Notfallzugang zu verzögern, eignet sich besser als ein für einen Innenflur gedachtes Gehäuse.
Unter den Besuchern dieser Einrichtungen ist der Anteil an Kindern hoch, weshalb jedes öffentlich zugängliche Gerät zusätzlich zu den Erwachsenenelektroden Kinderelektroden benötigt. Eine Garantie von 5 Jahren und eine Lieferzeit von 2 bis 5 Werktagen erleichtern die schrittweise Ausstattung eines Geländes mit teils einem Dutzend Standorten.
Beschilderung, Meldung und Wartung auf einem großen Gelände
Jeder Defibrillator muss gemäß den Vorgaben der Verordnung vom 29. November 2018 (arrete du 29 novembre 2018, die französische Beschilderungsverordnung) gekennzeichnet werden, mit gut sichtbarer Wegweisung von den Hauptwegen aus für Besucher, die das Gelände nicht kennen. Nach der Installation muss jedes Gerät einzeln in Geo'DAE erfasst werden, der nationalen Datenbank, über die Rettungsdienste verfügbare Geräte rund um jeden Punkt des Parks schnell auffinden können.
Die Wartung obliegt weiterhin dem Betreiber, gemäß Artikel R. 5212-25 des französischen Gesundheitsgesetzbuchs (Code de la sante publique). Bei mehreren verteilten Geräten verhindert ein zentrales Register mit Standort, letztem Prüfdatum und Status der Selbsttestanzeige, dass ein einzelnes Gerät wochenlang unbemerkt bleibt.
| Bauteil | Typische Lebensdauer |
|---|---|
| Elektroden | 2 bis 5 Jahre |
| Batterie | 3 bis 5 Jahre |
| Defibrillator | 8 bis 10 Jahre und mehr |
Die Teams vor Ort schulen
Empfangspersonal, Fahrgeschäftbetreiber und Tierpfleger sind meist die Ersten am Ort, wenn ein Notfall weit von der zentralen Erste-Hilfe-Station entfernt eintritt. Werden sie in lebensrettenden Maßnahmen und in der Bedienung des nächstgelegenen Defibrillators geschult, verkürzt das die Zeit bis zur ersten Defibrillation, lange bevor ein internes Erste-Hilfe-Team oder die Feuerwehr eintrifft.
Eine jährliche Übung, die einen Alarm von einem entlegenen Teil des Parks simuliert, zeigt, ob die geschätzte Anfahrtszeit der Realität vor Ort entspricht und ob jedes Team weiß, wo sich das für seinen Bereich zuständige Gerät befindet.
Häufige Fragen
Wie viele Defibrillatoren braucht ein mehrere Hektar großer Freizeitpark?
Die Regelung schreibt keine feste Anzahl vor, sondern nur eine Ausstattungspflicht ohne genaues Verteilungsraster. In der Praxis werden die Geräte auf stark frequentierte Bereiche verteilt, sodass kein Punkt der Besucherroute mehr als wenige Gehminuten von einem zugänglichen Defibrillator entfernt liegt.
Muss ein Zoo auch Bereiche nahe den Gehegen ausstatten, nicht nur den Eingang?
Ja, sobald diese Bereiche regelmäßig Besucher anziehen, etwa bei Vorführungen und Fütterungen. Ein zusätzliches Gerät in der Nähe der meistbesuchten Abschnitte verkürzt die Reaktionszeit gegenüber einem einzelnen Gerät am Eingang.
Halten Außendefibrillatoren in einem Park dauerhafter Sonne und Regen stand?
Ein für den Außenbereich konzipiertes Modell, in einem wetterfesten, verschlossenen Wandschrank installiert, übersteht eine ganze Saison im Freien. Dennoch sind regelmäßige Prüfungen nötig, um sicherzustellen, dass Gerät und Verbrauchsmaterial im zulässigen Temperaturbereich bleiben, besonders bei sommerlichen Hitzespitzen.
Brauchen alle Geräte in einem Familienpark Kinderelektroden?
Ja, der hohe Anteil an Kindern unter den Besuchern dieser Einrichtungen erfordert Kinderelektroden an jedem öffentlich zugänglichen Defibrillator, zusätzlich zu den Erwachsenenelektroden für ältere Besucher und das Personal.
Wer sollte in einem Freizeitpark oder Zoo zuerst geschult werden?
Empfangspersonal, Fahrgeschäftbetreiber und Tierpfleger, da sie im Notfall am häufigsten in der Nähe der Besucher sind. Ein internes Erste-Hilfe-Team ergänzt dies, ersetzt aber nicht die Schulung des über das gesamte Gelände verteilten Personals.
Planen Sie eine Ausstattung?
Kauf, Miete ab 50 EUR zzgl. MwSt. pro Monat, Installation mit GéoDAE-Meldung, Wartung und Schulung: unser Team antwortet innerhalb von 24 Stunden.



