Defibrillatoren in Rathäusern und Gemeinden: die Pflichten
Verfasst von Cyrille GAGNAIRE, France Défibrillateur. Veröffentlicht am 8. August 2026.

Eine Gemeinde verwaltet selten nur ein einziges öffentlich zugängliches Gebäude. Rathaus, Turnhalle, Festsaal, Bibliothek oder Schule fallen jeweils in eine eigene Kategorie von Einrichtungen mit Publikumsverkehr, mit einem eigenen Zeitplan für die Ausstattung und eigenen Nutzungsbedingungen. Hier erfahren Sie, wie eine Gebietskörperschaft ihre Defibrillator-Pflichten Gebäude für Gebäude organisieren kann, ohne etwas auszulassen oder sich nur auf das Rathaus zu beschränken.
Ein Gemeindegebäude bleibt eine Einrichtung mit Publikumsverkehr
Der Status als Gebietskörperschaft befreit von keiner der Pflichten, die für Einrichtungen mit Publikumsverkehr (ERP, etablissement recevant du public) gelten. Ein Rathaus, eine kommunale Turnhalle, ein Festsaal oder eine Bibliothek werden jeweils entsprechend ihrer Aufnahmekapazität und ihrer Nutzung in eine ERP-Kategorie eingestuft, genau wie ein Geschäft oder ein privates Unternehmen.
Das bedeutet, eine Gemeinde kann nicht auf Ebene ihres gesamten Immobilienbestands denken. Jedes Gebäude muss einzeln geprüft werden, um seine Kategorie und damit die Frist für die Ausstattung mit einem automatisierten externen Defibrillator (AED, automatisierter externer Defibrillator) zu bestimmen. Eine Turnhalle, die bei einem Wettkampf mehrere Hundert Menschen empfängt, unterliegt nicht derselben Pflicht wie ein kleines Dorfrathaus, das nur wenige Stunden pro Woche geöffnet ist.
Der gesetzliche Zeitplan und die GeoDAE-Meldung
Das französische Gesetz loi 2018-527 und die zugehörige Durchführungsverordnung décret 2018-1186 haben einen stufenweisen Zeitplan festgelegt. Einrichtungen mit Publikumsverkehr der Kategorien 1 bis 3 mussten seit dem 1. Januar 2020 ausgestattet sein, Kategorie 4 seit 2021, bestimmte Einrichtungen der Kategorie 5 seit 2022. Ein Rathaus oder eine kommunale Einrichtung, die in eine dieser Kategorien fällt, sollte ihr Gerät also bereits installiert haben.
Sobald das Gerät installiert ist, ist die Meldung in der Datenbank GéoDAE (GeoDAE) verpflichtend. Bei einem öffentlichen Gebäude zählt dieser Schritt doppelt: Er ermöglicht es dem Rettungsdienst, einen Ersthelfer bei einem Notruf zum nächstgelegenen Gerät zu leiten, und dient zugleich als Nachweis der Konformität bei einer Kontrolle. Die Beschilderung am Eingang und entlang des Wegs zum Gerät muss den Vorgaben des arrêté vom 29. November 2018 (Erlass über die Kennzeichnungspflicht) entsprechen.

Innen- oder Außenschrank, eine Entscheidung je Gebäude
Die Öffnungszeiten unterscheiden sich von einer kommunalen Einrichtung zur anderen erheblich. Ein Rathaus schließt seine Türen am Abend, während eine Turnhalle oder ein Festsaal Vereine bis spät in den Abend und manchmal am Wochenende empfängt. Die Wahl zwischen Innen- und Außenschrank sollte daher für jede Einrichtung einzeln getroffen werden, je nachdem, ob das Gerät auch außerhalb der Öffnungszeiten des Gebäudes benötigt werden könnte.
Für ein Gebäude, das abends für das Publikum geschlossen ist, genügt ein Innenwandschrank. Für einen Standort ohne durchgehende Personalpräsenz, etwa eine Turnhalle oder ein Stadion, schützt ein beheizter, alarmgesicherter Außenschrank das Gerät vor der Witterung und meldet jeden unberechtigten Öffnungsversuch.
| Modell | Empfohlene Nutzung | Preis inkl. MwSt. |
|---|---|---|
| ARKY Metall-Innenschrank | Rathaus, Bibliothek, besetzter Empfang | 99,00 EUR |
| Wandschrank mit Alarm und Schlüssel | Kommunaler Flur oder Saal | 94,99 EUR |
| ARKY Außenschrank mit Alarm | Turnhalle, Stadion, Außenfassade | 359,00 EUR |
| AIVIA 210 beheizter Außenschrank | Standort ohne dauerhafte Personalpräsenz | 619,99 EUR |
Beschaffung und Wartung über mehrere Gebäude bündeln
Eine Gebietskörperschaft, die mehrere Standorte verwaltet, tut gut daran, die Ausstattung gebündelt anzugehen, statt Gebäude für Gebäude nach und nach vorzugehen. Ein einziger Wartungsvertrag für alle kommunalen Defibrillatoren vereinfacht die Verfolgung der Selbsttests, den Austausch der Elektroden alle zwei bis fünf Jahre und der Batterien alle drei bis fünf Jahre, wobei weiterhin ein Sicherheitsregister pro Gebäude geführt wird, aber ein einziger Ansprechpartner zuständig bleibt.
Die Miete, ab 50 Euro zzgl. MwSt. pro Monat und Gerät, Wartung inklusive, erlaubt es, die Ausgabe auf den Betriebshaushalt statt auf den Investitionshaushalt zu verteilen, ein Punkt, der für eine kleine Gemeinde oft entscheidend ist. Der Kauf bleibt für die am stärksten frequentierten Gebäude sinnvoll, mit fünf Jahren Garantie, Lieferung innerhalb von zwei bis fünf Werktagen und einem Angebot innerhalb von 24 Stunden, um beide Optionen vor der Entscheidung zu vergleichen.
Gemeindepersonal und Einrichtungsverantwortliche schulen
Ein Defibrillator ersetzt keine in Erste-Hilfe-Maßnahmen geschulten Personen. Empfangspersonal im Rathaus, Hausmeister der Turnhalle, Bibliothekspersonal und Verantwortliche der Vereine, die kommunale Säle nutzen, sind meist die ersten vor Ort, wenn jemand zusammenbricht. Eine kurze, regelmäßig wiederholte Sensibilisierung ermöglicht es ihnen, einen Herzstillstand zu erkennen, den Rettungsdienst zu alarmieren und mit der Herzdruckmassage zu beginnen, während sie auf das Gerät warten.
Dieser Schulungsaufwand wird am besten auf Ebene der gesamten Gebietskörperschaft organisiert, oft mit demselben Dienstleister, der auch die Wartung der Geräte übernimmt. Er betrifft auch gewählte Vertreter und ehrenamtliche Vereinsmitglieder, die einmalige Veranstaltungen in kommunalen Sälen betreuen, insbesondere bei Sportveranstaltungen oder größeren Versammlungen.
Wer trägt die Betreiberverantwortung
Bei einem Gemeindegebäude ist der Betreiber im Sinne des article R. 5212-25 des französischen Gesundheitsgesetzbuchs (Code de la santé publique, Gesetzbuch für öffentliche Gesundheit) die Gebietskörperschaft selbst, vertreten durch den Bürgermeister oder den Präsidenten des interkommunalen Zusammenschlusses, je nachdem, um welche Immobilie es sich handelt. Die Gemeinde muss also sicherstellen, dass jeder auf ihrem Gebiet installierte Defibrillator ordnungsgemäß funktioniert, unabhängig davon, in welchem Gebäude er sich befindet.
Diese Verantwortung bedeutet konkret die Überwachung der Selbsttestanzeigen, den Austausch der Verbrauchsmaterialien vor Ablauf und die laufende Pflege des Sicherheitsregisters jedes Standorts. Ein Defibrillator, dessen Wartung vernachlässigt wird, setzt die Gebietskörperschaft im Ernstfall einem Risiko aus, weshalb es sich empfiehlt, diese Überwachung zentral zu bündeln, statt sie jedem Gebäudeverantwortlichen einzeln zu überlassen.
Häufige Fragen
Muss eine Gemeinde jedes ihrer Gebäude mit einem Defibrillator ausstatten?
Nur Gebäude, die als Einrichtung mit Publikumsverkehr in einer vom gesetzlichen Zeitplan erfassten Kategorie eingestuft sind, müssen zwingend ausgestattet werden. Ein kleiner, wenig genutzter Vereinssaal ist möglicherweise nicht betroffen, es empfiehlt sich jedoch, jedes Gebäude einzeln zu bewerten, statt eine Befreiung anzunehmen.
Wer finanziert Kauf und Wartung der kommunalen Defibrillatoren?
Die Kosten trägt die Gebietskörperschaft, die das Gebäude besitzt oder verwaltet, da sie im Sinne der Vorschriften als Betreiber gilt. Manche Gemeinden teilen die Kosten zwischen Investitionshaushalt für den Kauf und Betriebshaushalt für die Wartung auf, andere entscheiden sich für die Miete, die beides in einer einzigen Monatsrate bündelt.
Unterliegt eine von Vereinen genutzte Turnhalle anderen Pflichten als ein Rathaus?
Das Prinzip ist dasselbe, lediglich die ERP-Kategorie kann sich je nach Besucherzahl unterscheiden. Eine Turnhalle, die bei Wettkämpfen Publikum empfängt, kann in eine andere Kategorie fallen als ein Rathaus, was die Ausstattungsfrist und manchmal die Wahl zwischen Innen- und Außenschrank verändert.
Muss jeder kommunale Defibrillator bei GeoDAE gemeldet werden?
Ja, jedes in einem Gemeindegebäude installierte Gerät muss einzeln bei GéoDAE (GeoDAE) mit seinem genauen Standort gemeldet werden. Diese Meldung ermöglicht es dem Rettungsdienst, bei einem Notruf das nächstgelegene Gerät zu lokalisieren, und dient der Gebietskörperschaft als Nachweis der Konformität.
Benötigt das Gemeindepersonal eine spezielle Schulung?
Für die Nutzung eines automatisierten externen Defibrillators ist keine medizinische Qualifikation erforderlich, da das Gerät den Anwender per Sprachansage anleitet. Eine Sensibilisierung für lebensrettende Maßnahmen wird dennoch für Personal mit Publikumskontakt empfohlen, damit es im Notfall schnell und ohne Zögern reagiert.
Planen Sie eine Ausstattung?
Kauf, Miete ab 50 EUR zzgl. MwSt. pro Monat, Installation mit GéoDAE-Meldung, Wartung und Schulung: unser Team antwortet innerhalb von 24 Stunden.



