Defibrillatoren in Bahnhöfen und im öffentlichen Verkehr
Verfasst von Cyrille GAGNAIRE, France Défibrillateur. Veröffentlicht am 4. September 2026.

Jeden Tag durchqueren hunderttausende Reisende die Bahnhöfe, Haltestellen und Umsteigeknoten des Landes. Dieser Andrang, verbunden mit der Eile, einen Anschluss noch zu erreichen, macht sie zu Orten, an denen ein Herzstillstand ohne Vorwarnung eintreten kann. Bahnhöfe zählen zu den meistbesuchten öffentlichen Gebäuden Frankreichs, was sie ins Zentrum der gesetzlichen Pflicht zur Ausstattung mit einem Defibrillator rückt. Offen bleibt, wo er stehen soll, wer ihn wartet, und ob auch die Fahrzeuge selbst betroffen sind.
Bahnhöfe als öffentliche Gebäude mit Defibrillatorpflicht
Ein für das Publikum geöffneter Bahnhof gilt als öffentliches Gebäude (ERP, établissement recevant du public nach französischem Recht), eingestuft nach der Zahl der Personen, die er aufnehmen kann. Große Bahnhöfe und multimodale Umsteigeknoten verzeichnen oft mehrere tausend Durchgänge täglich, was sie in Kategorie 1, 2 oder 3 einordnet. Diese Kategorien müssen seit dem 1. Januar 2020 einen Defibrillator vorhalten, gemäß dem Gesetz 2018-527 und seiner Durchführungsverordnung 2018-1186.
Bahnhöfe der Kategorie 4, kleinere Standorte, folgten 2021, einige der Kategorie 5 im Jahr 2022. Die Pflicht betrifft die dem Publikum zugänglichen Bereiche, Hallen, überdachte Bahnsteige, Wartesäle und Umsteigebereiche, unabhängig vom bedienten Verkehrsmittel, Zug, Straßenbahn, U-Bahn oder Bus.
Die Kategorie richtet sich nach der theoretischen Personenzahl, Publikum und Personal, berechnet aus der Spitzenauslastung des Standorts. Eine kleine Landhaltestelle und ein großer Stadtbahnhof unterliegen deshalb nicht derselben Schwelle, selbst wenn sie zum gleichen Netz oder Betreiber gehören.
Wo das Gerät in einem Bahnhof oder Umsteigeknoten aufstellen
Die Haupthalle, nahe dem Schalter oder den Automaten, bleibt der sichtbarste und am schnellsten erreichbare Standort für Passanten oder Personal. In großen Bahnhöfen reicht ein einzelnes Gerät nicht aus: Die Entfernung von den am weitesten entfernten Bahnsteigen muss ein Eingreifen in den ersten Minuten nach dem Kollaps erlauben.
Ein beheizter Außenschrank eignet sich für nicht überdachte Bahnsteige oder den Bahnhofsvorplatz, während ein Innenschrank in wettergeschützten Bereichen ausreicht. In beiden Fällen muss das Gerät auch außerhalb der Schalteröffnungszeiten zugänglich bleiben, auch früh morgens oder spät abends, solange der Bahnhof für das Publikum geöffnet ist.
Die Zahl der benötigten Geräte richtet sich nach der Anlage vor Ort. Ein Bahnhof mit einem einzigen Bahnsteig braucht nicht dieselbe Abdeckung wie ein Umsteigeknoten über mehrere Ebenen, mit Unterführung, Steg und eigenem Vorplatz, wo jeder Bereich einzeln bewertet werden sollte.

Verantwortung für Einbau und Wartung
Der Bahnhofsbetreiber, Infrastrukturmanager oder die zuständige Mobilitätsbehörde trägt je nach Fall die Verantwortung für Einbau und Wartung. Diese Pflicht ergibt sich aus Artikel R. 5212-25 du Code de la santé publique (dem französischen Gesetzbuch für öffentliche Gesundheit), der die Instandhaltung des Medizinprodukts demjenigen auferlegt, der es betreibt, unabhängig von seinem rechtlichen Status.
Teilen sich mehrere Betreiber einen Umsteigeknoten, einen Bahnhof, eine Straßenbahnhaltestelle und eine Bushaltestelle am selben Ort, lohnt es sich, klar festzulegen, wer die Selbsttests durchführt, die Verbrauchsmaterialien überwacht und die Meldung bei Géo'DAE vornimmt, damit sich kein Betreiber auf den anderen verlässt.
Beschilderung und Meldung an einem stark frequentierten Ort
Die Beschilderung folgt dem arrêté du 29 novembre 2018 (der französischen Verordnung zur AED-Beschilderung). Schild und Wegweisung müssen einen eiligen Reisenden ohne Umweg zum Gerät führen. In einem Bahnhof, wo Bahnsteigschilder, Informationsbildschirme und Werbung bereits um Aufmerksamkeit konkurrieren, muss die Kennzeichnung des Defibrillators klar und von den Haupteingängen aus wiederholt sichtbar sein.
Die Meldung bei Géo'DAE bleibt wie bei jedem anderen Standort verpflichtend. Sie ermöglicht es der Rettungsleitstelle, einen Ersthelfer während eines Anrufs zum nächstgelegenen Gerät zu lenken, was in einem Bahnhof besonders hilfreich ist, wo übliche Adressangaben, Straße und Hausnummer, nicht immer zur Orientierung ausreichen.
Und in Zügen, Straßenbahnen oder Bussen?
Die gesetzliche Pflicht betrifft feste, dem Publikum zugängliche Anlagen, nicht die Fahrzeuge selbst. Ein Zug, eine Straßenbahn oder ein Bus muss deshalb gesetzlich keinen Defibrillator mitführen, auch wenn manche Betreiber sich freiwillig dafür entscheiden, etwa auf Fernstrecken oder stark frequentierten Linien.
| Ort | Gesetzliche Pflicht | Bewährte Praxis |
|---|---|---|
| Bahnhofshalle, überdachter Bahnsteig | Ja, je nach ERP-Kategorie | Sichtbares Gerät nahe dem Schalter |
| Bahnsteig im Freien, Vorplatz | Je nach Anlage und Kategorie | Beheizter Außenschrank |
| Zug, Straßenbahn, Bus | Nein | Gerät an Bord auf Fern- oder stark frequentierten Linien |
| Parkplatz, Busbahnhof | Je nach ERP-Kategorie des Standorts | Beschilderung vom Parkplatz zur Halle |
Personal für den Ernstfall schulen
Ein Bahnhofsmitarbeiter, ein Schaffner oder eine Sicherheitskraft vor Ort verändert den Ausgang eines Herzstillstands schon lange vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes. Eine Schulung in den lebensrettenden Handgriffen, den Stillstand erkennen, Hilfe rufen, Herzdruckmassage, den Defibrillator einsetzen, dauert nur wenige Stunden und sollte dem gesamten Personal mit Publikumskontakt offenstehen, nicht nur den Sicherheitsteams.
Eine regelmäßige Auffrischung, alle zwei bis drei Jahre, hält die Handgriffe präsent und macht neue Mitarbeiter mit dem genauen Standort der Geräte an ihrem Einsatzort vertraut.
Häufige Fragen
Muss ein Bahnhof einen Defibrillator haben?
Ja, sobald er in eine von der Pflicht erfasste Kategorie öffentlicher Gebäude fällt. Große Bahnhöfe, wegen ihrer Besucherzahl oft in Kategorie 1 bis 3 eingestuft, müssen seit dem 1. Januar 2020 ein Gerät vorhalten. Kleinere Bahnhöfe der Kategorie 4 oder 5 folgten 2021 und 2022 gemäß den in der Verordnung festgelegten Schwellenwerten.
Brauchen Züge und Busse einen Defibrillator an Bord?
Das Gesetz verlangt dies nicht von den Fahrzeugen selbst, sondern nur von den festen, dem Publikum zugänglichen Anlagen. Manche Betreiber entscheiden sich dennoch dafür, ein Gerät auf Fernstrecken oder stark frequentierten Linien mitzuführen, zusätzlich zur Ausstattung der bedienten Bahnhöfe und Haltestellen.
Wer wartet den Defibrillator an einem von mehreren Betreibern genutzten Bahnhof?
Die Wartung obliegt dem Betreiber des Standorts gemäß Artikel R. 5212-25 du Code de la santé publique. Teilen sich mehrere Betreiber einen Umsteigeknoten, empfiehlt es sich, per Vereinbarung eine einzige verantwortliche Stelle für Selbsttests, den Austausch von Verbrauchsmaterial und die Meldung bei Géo'DAE zu benennen.
Was kostet die Ausstattung eines Bahnhofs mit einem Defibrillator?
Das Budget hängt von der Zahl der benötigten Geräte je nach Größe des Standorts und von der gewählten Option ab, Kauf oder Miete. Die Miete beginnt bei rund 50 Euro zzgl. MwSt. pro Monat, Wartung inbegriffen, mit 5 Jahren Garantie auf das Gerät und Lieferung innerhalb von 2 bis 5 Werktagen nach Bestellung.
Wie wählt man den Standort des Defibrillators in einem ausgedehnten Bahnhof?
Das Gerät muss von jedem Punkt des Standorts aus in wenigen Minuten erreichbar sein. In einem ausgedehnten Bahnhof bedeutet das meist mehrere Geräte, verteilt auf die Haupthalle, die am weitesten entfernten Bahnsteige und die Umsteigebereiche, statt eines einzigen zentralen Geräts fernab mancher Reisendenströme.
Planen Sie eine Ausstattung?
Kauf, Miete ab 50 EUR zzgl. MwSt. pro Monat, Installation mit GéoDAE-Meldung, Wartung und Schulung: unser Team antwortet innerhalb von 24 Stunden.


