Defibrillator auf Baustellen: Pflichten und bewährte Praxis
Verfasst von Cyrille GAGNAIRE, France Défibrillateur. Veröffentlicht am 11. September 2026.

Auf einer Bau- oder Tiefbaustelle vereinen sich körperliche Anstrengung, Hitze, Lärm und mitunter die Abgeschiedenheit von Rettungsdiensten. Diese Belastung erhöht das Risiko eines Herzstillstands bei Beschäftigten, die oft erfahren und zunehmend älter sind. Anders als ein Geschäft oder ein Rathaus ist eine Baustelle kein für die Öffentlichkeit zugängliches Gebäude, ein sogenanntes ERP. Das Gesetz schreibt dort also keinen automatisierten externen Defibrillator (AED) vor. Viele Bauunternehmen entscheiden sich dennoch, einen zu installieren.
Eine Baustelle ist kein öffentlich zugängliches Gebäude
Das französische Gesetz loi 2018-527 und der zugehörige décret 2018-1186 schreiben einen Defibrillator in öffentlich zugänglichen Gebäuden vor, den sogenannten ERP (établissements recevant du public), gestaffelt zwischen 2020 und 2022 je nach Kategorie des Gebäudes. Eine Bau- oder Tiefbaustelle, ob Neubau, Sanierung oder Infrastrukturprojekt, fällt nicht unter diese Definition: Sie empfängt keine Öffentlichkeit, sondern nur Beschäftigte und Mitarbeiter von Subunternehmen.
Diese fehlende gesetzliche Pflicht bedeutet jedoch nicht, dass kein Risiko besteht. Das französische Arbeitsrecht überträgt dem Arbeitgeber die Organisation der Erste-Hilfe-Versorgung am Arbeitsplatz, wozu der Verbandkasten und zunehmend auch ein Defibrillator gehören, der den anwesenden Teams zur Verfügung steht.
Die Installation eines Defibrillators auf einer Baustelle ist somit eine freiwillige Entscheidung, die sich meist an der Unternehmensgröße, der geplanten Bauzeit und der Entfernung zu öffentlichen Rettungsdiensten orientiert. Manche Bauherren verlangen ihn inzwischen in ihren Lastenheften, ebenso wie andere kollektive Sicherheitsausrüstungen.
Warum das Herzrisiko auf einer Baustelle höher ist
Bauarbeit belastet das Herz stärker als die meisten Bürotätigkeiten: Lastentragen, ungünstige Körperhaltungen, sommerliche Hitze, winterliche Kälte, mitunter verschobene Arbeitszeiten. Das Durchschnittsalter der Teams steigt in mehreren Gewerken stetig, wodurch der Anteil der Beschäftigten mit kardiovaskulären Risikofaktoren zunimmt, oft ohne dass sie es selbst wissen.
Auch der Zugang der Rettungsdienste ist ein Thema. Eine Baustelle kann am Stadtrand liegen, auf einem abgelegenen Grundstück oder hinter Sicherheitszäunen, die die Einfahrt der Rettungsfahrzeuge verzögern. Jede Minute ohne Defibrillation verringert die Überlebenschance um rund 10 Prozent, eine Verzögerung, die schwer wiegt, wenn schon der Zugang zum Gelände selbst mehrere Minuten dauert.
Hinzu kommt der Lärm der Baumaschinen, der das Bemerken eines Notfalls durch Kollegen verzögert, sowie Arbeiten in der Höhe oder im Graben, die den unmittelbaren Zugang zur betroffenen Person erschweren können. Diese baustellentypischen Erschwernisse machen ein Gerät vor Ort nützlicher als in einer klassischen Büroumgebung.

Welche Ausrüstung für eine Baustelle geeignet ist
Ein für eine Baustelle bestimmter Defibrillator muss zunächst seiner Umgebung standhalten: Staub, Spritzwasser, Vibrationen durch Baumaschinen, Temperaturschwankungen. Ein robuster Außenschrank oder ein stabiler Transportkoffer schützt das Gerät deutlich besser als eine einfache Wandhalterung, die für eine Empfangshalle gedacht ist.
Die Belegschaft einer Baustelle besteht fast ausschließlich aus Erwachsenen, weshalb pädiatrische Elektroden selten benötigt werden, außer bei geplanten Besuchen von Familien oder Kindern. Die Wartung folgt denselben Regeln wie überall: Elektroden alle zwei bis fünf Jahre, Batterie alle drei bis fünf Jahre, das Gerät selbst nach acht bis zehn Jahren erneuern, dazu regelmäßige Selbsttests, um die Funktionsfähigkeit zu prüfen.
Wer schult die Teams und wer koordiniert die Sicherheit
Auf den meisten Baustellen verfolgt ein Sicherheits- und Gesundheitskoordinator die Risiken vor Ort und kann den Defibrillator in seinen allgemeinen Koordinationsplan aufnehmen, gleichrangig mit anderen Rettungsmitteln. Wenn pro Team einige betriebliche Ersthelfer geschult werden, die das Gerät ohne Zögern bedienen können, verändert das die Überlebenschancen eines Kollegen ganz konkret.
Der Standort des Defibrillators muss trotz der häufigen Teamwechsel in dieser Branche allen bekannt bleiben: Aushang am Eingang der Baustellenunterkunft, Erinnerung bei Sicherheitseinweisungen, sichtbare Beschilderung von den entlegensten Arbeitsbereichen aus, entsprechend den Grundsätzen des arrêté du 29 novembre 2018 zur Beschilderung.
Eine kurze Sensibilisierung, wiederholt bei jedem neuen Team oder Subunternehmen, ergänzt sinnvoll die Ausbildung der betrieblichen Ersthelfer. Das Ziel bleibt dasselbe: Die erste anwesende Person soll wissen, wo das Gerät steht, und die lebensrettenden Maßnahmen einleiten, ohne auf die Rettungsdienste zu warten.
Miete oder Kauf für eine befristete Baustelle
Eine Baustelle dauert selten länger als einige Monate bis wenige Jahre, was die Miete besonders geeignet macht: Sie schließt die Wartung ein, bindet kein Budget in einem Wirtschaftsgut, das nur zeitweise gebraucht wird, und lässt das Gerät mit den Vorhaben des Unternehmens von einer Baustelle zur nächsten wandern. Die Miete beginnt bei 50 Euro zzgl. MwSt. pro Monat, Wartung inklusive, mit Lieferung innerhalb von zwei bis fünf Werktagen und einem Angebot innerhalb von 24 Stunden.
Ein Unternehmen, das über mehrere Jahre laufend Baustellen betreut, entscheidet sich mitunter lieber für den Kauf, mit fünf Jahren Garantie, und lässt das Gerät je nach Bedarf zwischen seinen verschiedenen Baustellenunterkünften zirkulieren. Die Wahl hängt vor allem davon ab, wie häufig neue Vorhaben anfallen, weniger von deren Größe.
| Baustellenprofil | Am besten geeignete Lösung |
|---|---|
| Einzelne Baustelle, wenige Monate | Kurzzeitmiete |
| Wiederkehrende Baustellen über mehrere Jahre | Kauf, Gerät gemeinsam für mehrere Standorte genutzt |
| Dauerhaft mehrere Baustellen gleichzeitig | Miete mit zentraler Wartungsverfolgung |
Häufige Fragen
Muss eine Baustelle einen Defibrillator installieren?
Nein. Die gesetzliche Pflicht aus dem loi 2018-527 gilt nur für öffentlich zugängliche Gebäude, Kategorien 1 bis 5, gestaffelt zwischen 2020 und 2022. Eine Baustelle empfängt keine Öffentlichkeit im Sinne dieses Gesetzes und unterliegt daher nicht dieser Pflicht. Der Arbeitgeber bleibt dennoch verantwortlich für die Organisation der Erste-Hilfe-Versorgung seiner Beschäftigten.
Wer bezahlt den Defibrillator auf einer von mehreren Firmen geteilten Baustelle?
Wenn mehrere Unternehmen auf derselben Baustelle tätig sind, wird dies meist im allgemeinen Koordinationsplan mit dem Bauherrn geregelt: Entweder stattet ein federführendes Unternehmen die Baustelle für alle aus, oder jedes Unternehmen bringt sein eigenes mobiles Gerät für seine Teams mit. Diese Frage sollte vor Baubeginn geklärt werden, nicht erst nach einem Vorfall.
Muss ein Defibrillator auf einer befristeten Baustelle in Géo'DAE gemeldet werden?
Ja, die Meldung im Géo'DAE genannten französischen Verzeichnis wird empfohlen, sobald ein Defibrillator auf einem Gelände zugänglich ist, auch befristet, da sie den Rettungsdiensten erlaubt, ihn im Notfall in der Nähe zu lokalisieren. Der Eintrag muss lediglich aktualisiert oder entfernt werden, sobald die Baustelle endet und das Gerät an einen anderen Ort verlagert wird.
Welcher Defibrillator-Typ übersteht eine Baustellenumgebung am besten?
Ein Gerät in einem stabilen Transportkoffer oder in einem robusten Außenschrank hält Staub, Feuchtigkeit und Stöße deutlich besser aus als ein für eine Empfangshalle gedachtes Modell. Elektroden für Erwachsene genügen in den allermeisten Fällen, da die Belegschaft einer Baustelle fast ausschließlich aus Erwachsenen besteht.
Was geschieht mit dem Defibrillator nach Abschluss der Baustelle?
Bei Miete kann das Gerät einfach mit dem Unternehmen zur nächsten Baustelle wandern, ohne weiteren Aufwand außer der Aktualisierung des Standorts. Bei Kauf behält das Unternehmen den Defibrillator und setzt ihn auf einem neuen Vorhaben ein, wodurch sich die Investition über mehrere aufeinanderfolgende Baustellen verteilt.
Planen Sie eine Ausstattung?
Kauf, Miete ab 50 EUR zzgl. MwSt. pro Monat, Installation mit GéoDAE-Meldung, Wartung und Schulung: unser Team antwortet innerhalb von 24 Stunden.



